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11.12.2006

Kreissynode beschließt Rücklagenentnahme

Im Mittelpunkt der 2. Sitzung der 100. Versammlung der Kreissynode des Kirchenkreises Schwelm am Freitag, den 8. Dezember stand die Verabschiedung des Haushaltsplans für das Jahr 2007.

Superintendent Manfred Berger leitete die 2. Sitzung der 100. Versammlung der Kreissynode des Kirchenkreises Schwelm.

Die Kreissynode des Kirchenkreises Schwelm tagte am 8. Dezember in Silschede.

  
"Die Finanzlage bleibt weiter bedrohlich", resümierte Superintendent Manfred Berger die Haushaltplanung für das kommende Jahr. 401.081,00 Euro (8,04%) weniger Kirchensteuerzuweisung als im Vorjahr erhält der Kirchenkreis Schwelm im Jahr 2007 von der Landeskirche.
Die Hauptgründe für diese Finanzentwicklung liegen neben demografischen Faktoren zum einen in den steigenden Versorgungskassenbeträgen für die öffentlich-rechtlichen Bediensteten, dass sind in der Regel die Pfarrerinnen und Pfarrer. Zum anderen muss die Westfälische Landeskirche in den nächsten fünf Jahren ca. 100 Millionen Euro für Clearing-Rückzahlungen bereitstellen - Geld, das dem laufenden Haushalt entnommen werden muss.  

    

Clearing - was ist das?
"Die Kirchensteuern stehen der Kirche zu, in der das Gemeindeglied seinen Wohnsitz hat. Aufgrund des sogenannten Betriebsstättenprinzips im staatlichen Steuerrecht geht die Kirchenlohnsteuer aber dort ein, wo der Arbeitgeber des Kirchenmitgliedes seine Betriebsstätte unterhält. In einer großen Zahl von Fällen geht die Kirchenlohnsteuer daher bei Landeskirchen ein, denen sie gar nicht zusteht - bei westfälischen Landesbeamten etwa bei der Ev. Kirche im Rheinland. Da Betriebsstätten und Wohnsitze ungleich über die Landeskirchen verteilt sind, bedarf es einer nachträglichen Bereinigung. Dieses Verrechnungsverfahren, "Clearing" genannt, wird von einer Dienststelle beim Kirchenamt der EKD in Hannover durchgeführt." (Klaus Winterhoff, Juristischer Vizepräsident, in: Erklärung zur Haushalts- und Finanzplanung der EKvW für das Jahr 2006)  

    

 

Konzeptionen
Um die Finanzlage der einzelnen Kirchengemeinden, die durch die Mindereinnahmen vor erhebliche Probleme gestellt würden, zu stützen, beschloss die Kreissynode, durch Rücklageentnahmen die Minderzuweisungen im nächsten Jahr zu kompensieren.
Superintendent Manfred Berger betonte, dass dies nur möglich sei, weil die Verantwortlichen im Kirchenkreis in den vergangenen Jahren zurückhaltend und sparsam gewirtschaftet hätten.
Zumindest die Ausfälle, die durch die Clearingrückzahlung verursacht werden, sollen auch in den nächsten Jahren durch Entnahmen aus Rücklagen aufgefangen werden.
Trotz dieser Maßnahmen seitens des Kirchenkreises müssen die Kirchengemeinden in den nächsten Jahren mit erheblichen Mindereinnahmen rechnen. Auch aus diesem Grund werden die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis im nächsten Jahr Konzeptionen erarbeiten, die die zukünftigen Arbeitsschwerpunkte beschreiben sollen. 

    

Leitbild
Im Anschluss an die Finanzdebatte diskutierte die Synode das vom Strukturausschuss überarbeitete Leitbild des Kirchenkreises. Hier wurde deutlich, dass noch Nachbesserungsbedarf besteht. Zur nächsten Synode wird der Strukturausschuss eine endgültige Fassung vorlegen. 

   

Reduzierung der Gemeindepädagogenstellen vollzogen
In seinem Bericht ging Superintendent Manfred Berger u.a. auf die Reduzierung der Gemeindepädagogenstellen auf nunmehr sechs Stellen ein. Von Monika Hagen, die von Haßlinghausen nach Berlin gezogen ist, übernimmt Cornelia Sippel zum 1. Januar 2007 die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde Haßlinghausen mit einem Umfang von 75% (vorher 100%). Mit 25% Stellenanteil wird Frau Sippel auch die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde Silschede übernehmen (vorher 50%). Die Kirchengemeinde Schwelm wird die durch Frau Sippel freiwerdende Stelle nicht wieder besetzen. André Hagemeier wechselt ebenfalls zum 1. Januar 2007 mit einer halben Stelle von Silschede zur Kirchengemeinde Voerde. Hier war bis zum Sommer Peter Gras, der in den Ruhestand gegangen ist, mit einer vollen Stelle tätig. Damit erfüllt der Kirchenkreis den landeskirchlichen Stellenschlüssel, der eine Gemeindepädagogenstelle auf vier Pfarrstellen vorsieht. Superintendent Berger zeigte sich erfreut, dass die Reduzierung der Gemeindepädagogenstellen ohne Kündigungen und durch interne Umbesetzungen vollzogen werden konnte. 

    

Nächste Synode im Juni 2007
Neben Superintendent Manfred Berger berichteten Dr. Maria-Magdalena Weber, Pfr. Thomas Werner und Michael Fallenstein von der Landessynode, die vom 14. bis zum 17. November in Bielefeld tagte. Auch hier stand das Thema Finanzen im Mittelpunkt der Beratungen. 

     
Zum Schluss der Sitzung lud Pfr. Michael Steffens zum Kirchentag in Köln ein, der vom 6. bis 10. Juni 2007 stattfindet.  

     

Dr. Klaus Solmecke bat um weitere Spenden für die kirchenkreiseigene Stiftung für Ausbildung in Papua. 

    
Die nächste Kreissynode findet am Samstag, den 2. Juni in Ennepetal-Altenvoerde statt. (HB)



 
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