04.03.2009
Konfirmandenunterricht ab dem 3. Schuljahr
Kategorie: Kinder, Jugendliche, Erwachsene , Familie
Nach den Sommerferien 2009 startet die Ev. Kirchengemeinde Voerde in Ennepetal im Pfarrbezirk Voerde-Nord und Voerde-Süd mit einem neuen Modell für den Konfirmandenunterricht.
In der letzten Woche stellten Pfarrerin Klaudia Fischer und Pfarrer Armin Kunze das neue Modell der Öffentlichkeit vor. "Statt von "Konfirmandenunterricht" ist es besser von einer "Konfirmandenzeit" zu reden", erklärt Pfarrer Kunze und ergänzt: "Ziel des neuen Modells ist es, Kinder und Jugendliche eher mit dem Glauben und dem Leben in der Gemeinde in Kontakt zu bringen und längere Zeiten und Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen. Die für die Konfirmation verbindlichen Unterrichtsstunden sind in dem neuen Modell nicht erhöht worden. Sie sind auf verschiedene Zeiten verteilt und mit zusätzlichen Angeboten versehen worden."

Pfarrerin Fischer, Julian Fischer, Merlin Gries, Nicolas Hellwig und Pfarrer Kunze (v.l.n.r.) freuen sich schon auf den Start des neuen Unterrichtsmodells.

Die Ev. Kirchengemeinde Voerde in Ennepetal beginnt mit einem neuen Modell für den Konfirmandenunterricht.
Das neue Modell gliedert sich in drei Phasen:
1. Phase (3. Schuljahr):
Konfirmandenunterricht in Hauskreisen
Die Kinder werden in kleinen Gruppen von vier bis sechs Personen aufgeteilt. Zwei bis drei Mütter und Väter leiten die Gruppe. Anhand eines Jahresplanes, auf dem für jedes Thema die dazugehörigen biblischen Geschichten, Auslegungen und kreative Ideen verzeichnet sind, unterrichten sie die Kinder am Küchen- oder Wohnzimmertisch. Die Mütter und Väter, die die Hauskreise leiten, werden in dieser Phase von einem Team, zu dem Pfarrerin Fischer, Pfarrer Kunze und weitere Ehrenamtliche gehören, angeleitet und vorbereitet. Dafür gibt es alle vier bis sechs Wochen Vorbereitungstreffen, bei denen Inhalte besprochen und das notwendige Material zur Verfügung gestellt wird.
2. Phase (4. bis 7. Schuljahr):
Freiwillige Angebote
Nach der ersten Phase werden die Kinder eingeladen, Jungschargruppen, Jugendgruppen, Kindergottesdienste und Kinderbibelwochen zu besuchen. Auch die Eltern sollen durch Familienfreizeiten und -gottesdienste eingeladen werden, stärker am Gemeindeleben teilzunehmen.
3. Phase (8. Schuljahr):
Samstagsunterricht und Wochenendfreizeit
In der letzten Phase findet der Konfirmandenunterricht an sechs bis acht Samstagen durch Pfarrerin Fischer, Pfarrer Kunze und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Eine Konfirmandenfreizeit ist ebenfalls in dieser Phase vorgesehen, bevor die Jugendlichen im Frühsommer konfirmiert werden.
Mittlere Generation am Gemeindeleben beteiligen
"In unserer Zeit ist viel vom Traditionsabbruch die Rede. Religiöse Bildung und Erziehung finden kaum mehr statt. Konfirmandenunterricht im 3. Schuljahr bringt Kinder schon in frühren Jahren mit religiösen Inhalten und Traditionen in Kontakt. Hinzu kommt, dass Kinder im Alter von acht bis neun Jahren für Neues zu begeistern sind. In diesem Alter spielt die einsetzende Pubertät noch keine Rolle", erklärt Pfarrer Kunze die Gründe, die für das neue Modell sprechen. "Mit dem Modell möchten wir in besonderer Weise auf die mittlere Generation, das sind die Eltern der Kinder, zugehen. Die Gemeinde will Eltern zur Mitarbeit gewinnen und dieser Generation Beteiligung an der Gemeinde ermöglichen", ergänzt Pfarrerin Fischer.
Bis zum Start des neuen Unterrichtsmodells haben Pfarrerin Fischer und Pfarrer Kunze noch viele Aufgaben zu erledigen. Die Jahrespläne für die Hauskreise müssen erstellt, Eltern motiviert und geschult und Ehrenamtliche gewonnen werden. "Das ist zwar sehr viel Arbeit, aber uns als Kirchengemeinde liegt die junge Generation am Herzen. Denn ohne sie sieht die Kirche alt aus", erzählt Pfarrer Kunze und freut sich auf die neue Herausforderung. (HB)