22.07.2010
Yusak Pakage ist frei
Kategorie: Kinder, Jugendliche, Erwachsene , Familie, Senioren
Der gewaltlose politische Gefangene wurde am 6. Juli 2010 aus der Haft entlassen und dankt allen seinen Un-terstützern. Amnesty international Schwelm Sammelt weiter Unterschrif-ten für gewaltlose politische Häftlinge in West-Papua. Das West Papua Netz-werk begrüßt die Freilassung des poli-tischen Gefangenen Yusak Pakage

Yusak Pakage wurde am 6. Juli 2010 aus der Haft entlassen.
„Ich bin seit dem 6. Juli frei“ – Yusak Pakage konnte seine Freude über dieses große Ereignis kaum fassen, so dass er es sogar zunächst fast vergaß, diese freudige Nachricht nach Schwelm zu vermelden. „Ich grüße dankbar alle Mitglieder von Amnesty, in der Europäischen Union und in Deutschland. Unser Herr Jesus ist nicht blind für all das Gute, das Ihr mir getan hab“, dankt er allen Schwelmer Unterstützern, die sich für ihn beispielsweise mit ihrer Unterschrift eingesetzt haben.
Am vergangenen Dienstag (Ortszeit) öffneten sich für den Studenten Yusak Pakage, der wegen des Hissens einer Flagge in der indonesischen Provinz West-Papua im Jahre 2005 zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war, endlich die Tore des Gefängnisses Doyo Baru. Die heimische Amnesty-Gruppe hatte sich für ihn besonders stark gemacht, um seine bedingungslose Freilassung zu bewirken. Im Juni war Pakage durch den Staatspräsidenten Yudhoyono nach Absitzen der Hälfte seiner Haftzeit auf öffentlichen Druck endlich begnadigt worden.
Pakage ist damit anscheinend der erste gewaltlose politische Gefangene in Papua, der "nur" begnadigt und nicht regulär freigesprochen wurde. Wie Pakage nach Schwelm vermeldet, ist sein Gesundheitszustand momentan noch nicht gut. Pakage: „Ich fürchte auch um meine Sicherheit, ich bin sehr vorsichtig. Ich bitte Amnesty International, dass sie meine Situation weiterhin beobachten.“
„Wir freuen uns riesig über seine Freilassung“, begrüßt Amnesty-Gruppensprecher Alexander Bojcevic das Einlenken der indonesischen Regierung. Die Schwelmer Menschenrechtsschützer hatten für ihn und für seinen Leidensgenossen Filep Karma mehrere Tausend Unterschriften gesammelt. Der ehemalige Beamte Filep Karma, der sogar zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, ist jedoch weiterhin inhaftiert. Eine Freilassung auch von ihm ist noch lange nicht in Sicht. Er wird momentan nach fast einjähriger Wartezeit auf medizinische Hilfe in Jakarta wegen eines schweren gesundheitlichen Leidens behandelt. Mit ihm sitzen in indonesischen Gefängnissen, gerade auch in der Provinz Papua, weiterhin Hunderte weitere gewaltlose politische Gefangene ein.
„Nur durch die weltweite Unterstützungen tausender Menschen ist der Erfolg der Freilassung von Yusak Pakage überhaupt möglich geworden“, so Alexander Bojcevic. „Doch damit ist erst eine Teilerfolg vollzogen. Wir rufen weiterhin zur Unterstützung der Unterschriftenaktion für die Freilassung von Filep Karma und weiterer gewaltloser politischer Gefangener in Papua auf.“
Mit Filep Karma sitzt z.B. auch weiterhin der Gefangene Ferdinand Pakage ein, der nach einer öffentlichen Protestzeremonie in Abepura im Jahre 2006 zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war und der am 22. September 2009 aufgrund eines Schlages durch einen Gefängniswärter sein rechtes Augenlicht verloren hat. Amnesty fordert ihre bedingungslose Freilassung. Ferner fordert Amnesty für die Bevölkerung der indonesischen Provinz Papua die volle Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte. Weiterhin wird insbesondere das Recht auf Bildung und das Recht auf Gesundheit in dem seit 1964 zu Indonesien zählenden westlichen Teil der Neuguinea-Insel vehement verletzt.
UNTERSCHRIFTENLISTEN LIEGEN WEITERHIN AUS
Um auch die Freilassung von Filep Karma durchzusetzen, sammelt die heimische Amnesty-Gruppe noch weitere Unterschriften. Unterschriftenlisten liegen öffentlich im Schwelmer, Gevelsberger und Ennepetaler Stadtgebiet aus und können über die Website der Amnesty-Gruppe unter www.amnesty-schwelm.de abgerufen werden.