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09.11.2011

Papua-Studierende sangen in der Schwelmer Christuskirche

„Ja, ich studiere seit einem guten Jahr in Leipzig,“ erklärte die Papua-Studentin Lis Tabuni den interessier-ten Fragestellern in gutem Deutsch. „Auch Delfi, Lindra und Richardo studieren in Leipzig. Wir haben uns gefreut, dass wir hier in der Kirche singen konnten.“

Papua-Studierende waren zu Gast in der Christuskirche.

Die Besucher des Gottesdienstes am 30. 10. in der Christuskirche in Schwelm waren überrascht. Besucher aus Papua sind zwar im Kirchenkreis Schwelm keine Seltenheit, doch bisher kamen sie auf Einladung des Kirchenkreises oder der Vereinten Evangelischen Mission aus ihrer Heimat im fernen Indonesien. Ihre Grußworte mussten übersetzt werden. Es ist eine ganz neue Entwicklung, dass Papuas aus der indonesischen Provinz West-Papua nun auch in Deutschland studieren. Der Gouverneur der Provinz, selbst Papua und Christ, wollte nicht länger warten. Auch junge Papuas sollten im Ausland studieren können, nicht nur Javaner oder Indonesier von anderen Inseln. In Zusammenarbeit mit einer indonesischen Bildungsorganisation und einer Indonesisch-deutschen Gesellschaft in der Hauptstadt Jakarta werden junge Leute mit einem guten Abitur ausgewählt. Sie erhalten ein Stipendium für ein Studium im In- oder Ausland. Zu ihnen gehört Richardo, der Gitarrist. „Eigentlich wollte ich in den USA studieren, aber die Plätze waren bereits belegt. Mir wurde Deutschland angeboten. Da habe ich zugegriffen,“ erzählte er. „Mein Wunsch ist, Maschinenbau zu studieren.“

   

Die Sängerinnen und Sänger waren nur auf der Durchreise in Schwelm. Auf Einladung des Kunstmuseums Ahlen bei Hamm hatten sie sich von Leipzig aufgemacht. Sie sollten die Finissage einer Ausstellung von Bildern des Malers Max Pechstein musikalisch umrahmen. Der Maler hatte sich zu Anfang des vorigen Jahrhunderts einige Zeit in der Südsee aufgehalten. So sollten sie der Veranstaltung in Ahlen Südseeflair geben. Es gelang: das Publikum war begeistert! Zufällig fand am Wochenende auch ein Seminar der VEM und des West-Papua-Netzwerks zum Thema West-Papua statt, eine tolle Gelegenheit für die Studierenden, sowohl in Wuppertal wie in Schwelm viele deutsche Papuafreunde kennen zu lernen.

   

Lis Tabuni bekommt kein Stipendium. „Wie kannst du denn dein Studium finanzieren?“ fragten wir sie. „Die gesamte Großfamilie in West-Papua beteiligt sich an den Kosten meines Studiums. Natürlich muss ich sparsam sein. Wenn ich Geld gebrauche, teile ich das meinen Eltern mit. Bisher konnten sie immer die benötigten Mittel auftreiben.“ Wir wünschen Lis, Delfi, Lindra und Richardo für ihr Studium in Leipzig viel Erfolg! (Dr. Zöllner)


 
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