Evangelische Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Hasslinghausen und Schwelm
 
 Kirchenkreis Schwelm » Aktuell
05.01.2016

Klinikseelsorge als sinnvolle Ergänzung im Behandlungsverlauf

Pfarrerin Anke Lublewski-Zienau hat in einer Studie untersucht, wie ehemalige Patientinnen und Patienten drei Monate nach ihrem stationären Aufenthalt in der kardiologischen und orthopädischen Rehabilitationsklinik Königsfeld die Bedeutung der Seelsorge für ihren Rehabilitationsprozess einschätzen.

Pfarrerin Anke Lublewski-Zienau arbeitet seit über 25 Jahren als Klinikseelsorgerin in der Klinik Königsfeld.

    

 

109 ehemalige Patientinnen und Patienten haben an der Studie teilgenommen, die Pfarrerin Lublewski-Zienau mit Unterstützung  von Dipl.-Psych. Dr. Jörg Kittel (Klinikmitarbeiter) und Prof. Dr. Marthin Karoff (Klinikleiter) durchgeführt hat. „Das war schon unsere zweite Studie“, erzählt die Seelsorgerin die mittlerweile seit über 25 Jahren in der Klinik Königsfeld arbeitet. „Unsere erste Studie im Jahr 2003 befasste sich mit den Erwartungen von Patienten an die Seelsorge.“

   

„Die Seelsorge hat mir Kraft gegeben, meine Krankheit besser zu vertragen“ lautete eine Antwort eines Patienten in der empirischen Untersuchung. „Die Antworten der Befragten zeigen, dass die Erfahrung von Einfühlsamkeit, Geborgenheit, Trost, Verständnis und dem Wahrgenommen-werden in der Seelsorge besonders hilfreich sind. Die Wirkung der Seelsorge beschreiben die meisten als Hilfe zur Integration der Erkrankung ins Leben. Es wird deutlich, dass die Seelsorge für die Befragten ein Beziehungsgeschehen ist, das von der Kompetenz und Feinfühligkeit der/des Seelsorgenden abhängt. Die Klinikseelsorge erweist sich durch diese Untersuchung einmal mehr als sinnvolle Ergänzung im Behandlungsverlauf, weil sie eine Dimension in den Heilungsprozess einbringt, mit der sie Anteil an Sinnfindung, Angstbewältigung und Selbstwertstabilisierung hat, die für die positive Krankheitsverarbeitung wichtig sind.“, fasst Pfarrerin Lublewski-Zienau die Ergebnisse der Studie zusammen.

Diese Ergebnisse decken sich mit den täglichen Erfahrungen, die die Seelsorgerin in der Klinik macht: „Ich führe in der Regel ca. 15 intensive Gespräche mit Patientinnen und Patienten pro Woche. D.h., dass ich pro Jahr ungefähr 350 Personen betreue und begleite. Manche Patienten halten sogar den Kontakt zu mir, wenn sie schon entlassen sind.“

  

Neben den Einzelgesprächen ist Pfarrerin Lublewski-Zienau bei der wöchentlichen Begrüßung der neuen Patientinnen und Patienten beteiligt und hält abwechselnd mit ihrem katholischen Kollegen den sonntäglichen Gottesdienst in der Aula der  Klinik. „Mit meinem katholischen Kollegen stehe ich in ständigem Austausch“, erzählt Pfarrerin Lublewski-Zienau.

   

„Dass von Seiten der Klinikleitung mittlerweile die zweite Studie begleitet und unterstützt wurde, zeigt einmal mehr, dass auch hier der Klinikseelsorge ein hoher Stellenwert beigemessen wird“, freut sich Pfarrerin Lublewski-Zienau über die Unterstützung. (HB)


 
IMPRESSUM / DATENSCHUTZ | © Kirchenkreis Schwelm