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22.02.2016

Landwirtschaft in unserer Region

Dirk Kalthaus, Landwirt aus Rüggeberg und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen und der Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Heinz-Wilhelm Büscher, waren am Montag, den 22. Februar zu Gast in der Pfarrkonferenz des Evangelischen Kirchenkreises Schwelm.

Die Mitglieder der Pfarrkonferenz im Evangelischen Kirchenkreis diskutierten mit Vertretern des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen über die Landwirtschaft in unserer Region.

  

 

Ebenso nahm auch Superintendent i.R. Manfred Berger an dem Treffen teil. Berger engagiert sich ehrenamtlich im Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen als Koordinator im „Dialog Landwirtschaft – Kirche“ und im Netzwerk "Kirche im ländlichen Raum".

     

„Ich kann nicht ohne meine Tiere und meine Tiere nicht ohne mich.“

Dirk Kalthaus stellte den Pfarrerinnen und Pfarrern in einem engagierten Vortrag seine Arbeit als Landwirt und die Aufgaben des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes vor. Kalthaus betonte die gemeinsamen Anliegen von Landwirtschaft und Kirche, etwa wenn es um die Bewahrung der Schöpfung gehe. Auch die Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden gestalte sich durchweg positiv. Kalthaus präsentierte in seinem Vortrag aber keineswegs eine heile Welt, in der es nur glückliche Kühe und zufriedene Landwirte gibt. Er ging während der angeregten Diskussion, die sich immer wieder entwickelte, auch auf Problemthemen, wie Massentierhaltung, Vermaisung und Überdüngung der Felder ein. Zum Thema Massentierhaltung hatte Kalthaus z.B. einige Informationen mitgebracht, die einen anderen Blick auf das Problem lenkten, als es gemeinhin durch die Medienlandschaft geschieht. So zeigt sich Kalthaus überzeugt davon, dass nicht die Zahl der von einem Betrieb gehaltenen Tiere das Problem sei, sondern vielmehr die Art und Weise, wie die Tiere gehalten würden: „Wer z.B. nur ein Schwein hält, handelt nicht artgerecht, denn das Schwein ist ein Herdentier“ Deshalb habe er auch Probleme mit dem Begriff Massentierhaltung.

Kalthaus sehe seine Tiere als Mitgeschöpfe. Entsprechend würde er sie behandeln. Kalthaus zeigte sich überzeugt, dass der überwiegende Teil seiner Kolleginnen und Kollegen seine Einstellung teilen würde. Schwarze Schafe könne man natürlich nie ausschließen.

   

Heinz-Wilhelm Büscher stellte in einer kurzen Präsentation die Arbeit des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes vor und zeigte anhand einiger Zahlen, wie sich die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten in unserer Region verändert hat. So hat die Zahl der Vollerwerbshöfe rapide abgenommen. „Zurzeit gibt es in unserem Kreisverband nur noch ca. 230 Höfe mit Vollerwerbsbetreib.“

   

Zum Schluss des Treffens machte Superintendent i.R. Berger darauf aufmerksam, dass immer mehr landwirtschaftliche Nutzflächen verschwinden, weil sie als Industrieflächen genutzt werden oder dem Straßenbau zum Opfer fallen. Hier sollte sich laut Berger die Kirche stärker dafür einsetzen, dass die landwirtschaftlichen Flächen erhalten bleiben und so wertvolle Ressourcen geschützt werden.

   

Synodalassessor Pfarrer Andreas Schulte dankte am Ende den drei Gästen für den anregenden Vormittag. (HB)


 
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