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10.07.2017

Paul-Gerhardt-Haus in Hobeuken geschlossen

Am Sonntag, den 09. Juli 2017 fand im Paul-Gerhardt-Haus in Hobeuken der letzte Gottesdienst statt. Ab sofort ist das Evangelische Gemeindehaus geschlossen.

Am Sonntag, den 09. Juli 2017 fand im Paul-Gerhardt-Haus in Hobeuken der letzte Gottesdienst statt.

Pfarrer Thomas Bracht erinnerte in seiner Predigt an die Geschichte des Gemeindehauses.

Am Ende des Gottesdienstes wurden die gottesdienstlichen Geräte hinaus getragen.

  

 

„Wir als Pfarrbezirk Hobeuken orientieren uns jetzt nach Haßlinghausen mit der Evangelischen Kirche und dem neuen Martin-Luther-Haus. Die gottesdienstlichen Geräte, die wir am Ende dieses Gottesdienstes hinaustragen, werden wir am kommenden Sonntag als Symbol unseres Ankommens in die Evangelische Kirche tragen“, erklärte Pfarrer Thomas Bracht zu Beginn des Gesamtgemeindegottesdienstes.

Für ihn schließe sich jetzt ein besonderer Kreis: Am 4. Juli 1993 habe er seine Probepredigt im Paul-Gerhardt-Haus gehalten. „Der 4. Juli 1993 war wie heute der 4. Sonntag nach Trinitatis. Der damals vorgeschriebene Predigttext aus 1. Mose 50, 15-21 ist auch unser heutiger Predigttext. So predige ich also bei der Schließung dieses Hauses über den gleichen Text, wie bei meiner Probepredigt.“

  

Bracht erinnerte in seiner Predigt an die Geschichte des Gemeindehauses: „Das Paul-Gerhardt-Haus wurde Anfang der sechziger Jahre im seinerzeit entstehenden Neubaugebiet „Hobeuken“ gebaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 18. Mai 1961, fast auf den Tag genau ein Jahr später, am 20. Mai 1962 wurde die Einweihung gefeiert. Aus diesem Einweihungsdatum erklärt sich der Name des Hauses: es war der Sonntag „Kantate“ („Singet!“), und Namenspatron wurde deshalb der wohl berühmteste evangelische Kirchenliederdichter: Paul Gerhardt (1607-1676).“  

Das Haus sei als eine erste Baustufe für ein noch zu vollendendes Gemeindezentrum gedacht gewesen, erzählte Bracht. „Auf dem nordöstlich angrenzenden Grundstück sollte zu einem späteren Zeitpunkt eine Kirche gebaut werden, die mit dem Gemeindehaus verbunden gewesen wäre. Außerdem war ein freistehender Glockenturm geplant. Die Pläne für diese Vorhaben waren im Wesentlichen fertig, allein: es fehlte das Geld, sie umzusetzen.“

Der Bau einer Kirche sei dann nicht weiterverfolgt worden. 1996 habe man stattdessen das Haus durch zwei Gruppenräume, eine großzügige Küche sowie ein behindertengerechtes WC erweitert.

  

Jetzt werde das Haus laut eines Presbyteriumsbeschlusses aus dem Jahr 2012 geschlossen. Nach dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Hiddinghausen sei dies jetzt die zweite Schließung eines Gemeindehauses in der Kirchengemeinde. Beide Schließungen seien notwendig gewesen, um die verbleibenden drei Standorte zu stärken und so zukunftssicher zu machen. „Wir sollten nicht traurig sein, über das, was wir verlieren, sondern dankbar für das, was wir haben“, machte Bracht der Gemeinde Mut. Und mit Blick auf den Predigttext sprach der der Gemeinde zu: „Gott gedachte es, gut mit euch zu machen.“

   

Am Ende des Gottesdienstes trugen Mitarbeiterinnen der Gemeinde die Osterkerze, die Altarbibel, die Taufschale und das Abendmahlsgeschirr hinaus.

Anschließend nutzten die Gemeindeglieder die Gelegenheit, sich bei einem Imbiss von ihrem Gemeindehaus zu verabschieden.

Am Samstag, den 29. Juli findet von 10 bis 16 Uhr im und am ehemaligen Paul-Gerhardt-Haus ein Trödelmarkt statt. Hier soll das Inventar des Hauses verkauft werden.

Was mit dem Gebäude und dem Grundstück geschieht, steht noch nicht fest. „Wir sind in Gesprächen mit der Landeskirche“, erklärt Pfarrer Bracht. (HB)

 


 
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