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18.07.2017

Solarlampen für West-Papua

16 Solarlampen des BEN gehen auf die Reise nach West-Papua

Andreas Teuber (hinten links) und Mi-chael Steffens (hinten rechts) vom BEN übergaben die Solarlampen an Nathan Pahabol, Jasmin Beuthel und an Maren Hieronymus (vorne rechts). Bild: Christian Julius

 

Von Michael Steffens

  

 

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien besuchte eine kleine Delegation des Partnerschaftsnetzwerkes „West-Papua“ des Ev. Kirchenkreises Schwelm das Berufskolleg Ennepetal.

Ursprünglich hatten sich sieben Parlamentarier des Provinzparlaments von West-Papua (WP) angekündigt, nämlich der ganze Parlamentsausschuss für Ausbildung und Schule. Weil aber die Visa für die Einreise nach Deutschland nicht rechtzeitig erteilt wurden, kam nur der Parlamentarier Nathan Pahabol, der schon vorher angereist war, weil er an einer internationalen Konferenz in Deutschland teilgenommen hatte. Es war der ausdrückliche Wunsch der Parlamentarier gewesen, das Berufskolleg Ennepetal im Rahmen ihrer Studienreise zu besuchen, weil es an dem Berufskolleg bereits seit 10 Jahren diverse Solarprojekte für WP gibt.

Zu der Besucherdelegation des Partnerschaftsnetzwerkes „West-Papua“ gehörten auch zwei junge Frauen, die in den Sommerferien für vier Wochen zu einem Jugendaustausch nach WP reisen: Jasmin Beuthel aus Schwelm leitet diese Jugendgruppe. Sie hat gerade ihr Studium der Sozialarbeit beendet und reist bereits zum vierten Mal nach WP. Außerdem spricht sie schon gut indonesisch. Mit dabei auch die jüngste Teilnehmerin, Maren Hieronymus aus Ennepetal, die gerade ihr Abitur am RGE bestanden hatte. Die Delegation wurde zudem von Dr. Siegfried Zöllner begleitet.

Nach einem Empfang durch den Schulleiter Josef Schulte war die Delegation zu Gast im Unterricht der Unterstufe der Mechatroniker. Im Religionsunterricht von Herrn Steffens hatten sich die Schülerinnen und  Schüler mit der Situation der Menschen in WP beschäftigt und konnten sich nun im direkten Gespräch mit Nathan Pahabol über entwicklungspolitische Aspekte aus erster Hand informieren lassen.

Das Solarlampen-Projekt des BEN wird traditionell als interdisziplinäres Unterrichtsprojekt im Bildungsgang Mechatronik durchgeführt. Die Auszubildenden im E-Technik-Unterricht bauen die Solarlampen, die dann durch Besucherdelegationen nach WP gebracht und dann dort an Familien verschenkt werden, die entweder im schwer zugänglichen Hochland Balim-Yalimo leben oder am Fluss Mamberamo, jeweils fern ab jeder elektrischen Energie-Versorgung. Die Lampen ermöglicht es den Familien, auch nach Einbruch der Dunkelheit – also ab ca. 18 h, in ihren einfachen Hütten weiter zu arbeiten, zu lesen und zu lernen.

Kerzen, Batterien oder gar Benzin zum Betreiben eines Stromgenerators sind viel zu teuer, weil es in diesen abgelegenen Gebieten keine Straßen gibt und alles mit kleinen einmotorigen Flugzeugen eingeflogen werden muss. Die Solarleuchten des BEN sind daher die ideale Lösung. Tagsüber durch die dort reichlich scheinende Sonne geladen, können sie bis zu 14 Stunden mit 150 Lumen leuchten.

Im E-Technik-Labor übergab Andreas Teuber die 16 fertigen Leuchten an die Delegation. Beim abschließenden Mittagessen äußerte Nathan Pahabol den Wunsch, dass dieses Projekt auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden soll, da noch viele Familien in WP auf solche Lampe warten.

Nun werden die Leuchten durch die Jugendgruppe, die Ende Juli abreist, im Reisegepäck nach WP gebracht und dort an die Familien übergeben. Nach der Rückkehr werden die Jugendlichen im neuen Schuljahr nochmals Gäste des BEN sein und von ihrer Reise berichten.


 
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