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12.03.2012

Ein alter Hut

Endlich Frühling – nein doch nicht – es wird wieder kälter – aber die Vögel singen schon wieder – und die Tage werden länger – Gott sei Dank – jetzt muss es aber bald wärmer werden!!

Marianne Funda ist Pfarrerin und Frauenreferentin im Evangelischen Kirchenkreis Schwelm

    

Ja, der Frühling – danach sehnen wir uns – darauf freuen wir uns! Auch in diesem Jahr, obwohl meine Stockrose vorm Fenster bis weit in den Dezember einfach weiter blühte und der Winter schon aufzufallen drohte.

Im Frühling fängt alles neu an, zu wachsen. Das Alte ist abgeschlossen – das Neue beginnt. Der Turnus beginnt wieder, die heilsame Abfolge vom Wachsen, Blühen, Schrumpfen und Vergehen. Ich bin richtig froh, dass wir diese Jahreszeiten haben. Jede hat auf ihre Art einen tiefen Sinn, an dem ich anknüpfen kann. Das Frühjahr erinnert mich an die Schöpfung Gottes. Zwar leben wir das ganze Jahr über innerhalb dieser Schöpfung und sind selber ein Teil von ihr, doch im Frühling wird mir das besonders bewusst.

In der ersten biblischen Schöpfungsgeschichte wird die tatsächliche Abfolge der Entstehung alles Lebens erstaunlich gut beschrieben, allerdings auf einen kurzen Zeitraum eingedampft – aber wer weiß schon, wie lang eine Woche in göttlicher Zeitrechnung dauert? Der Mensch entsteht als Letztes in dieser Abfolge. Alles, was wir brauchen für Leib und Leben, nämlich Nahrung und Schutz, war schon vor uns da – ein wahrhaft paradiesisches Privileg, was uns da gegönnt wurde.

Offensichtlich hat Gott in die ganze Schöpfung viel Herzblut hineingesteckt, denn jeder Schöpfungsabend schloss mit der Gottes Feststellung: Ja, es ist gut. Deshalb wahrscheinlich wurden wir Menschen auch nach einem besonderen Vorbild geschaffen: nach Gottes Vorbild. „Da schuf Gott die Menschen, als göttliches Bild, als Bild Gottes wurden sie geschaffen, männlich und weiblich.“ Ja, als Mann und Frau – und ich ergänze: als Kind und Greisin, als Starke und Schwacher, als Hübscher und Hässliche, als Schlauer und Dumme, – - - hat Gott den Menschen geschaffen. Und für die alle gilt: Ja, es ist gut!

Aber das ist doch ein alter Hut, sagen Sie? Ein sehr alter Hut – aber Hüte sind gerade gar nicht so in Mode. Also: Hut auf! -  in Gottes guter Schöpfung – als Mann oder Frau - daran erinnert mich der Frühling!

(Übrigens: der Internationale Frauentag wurde begründet mit dem Ruf nach Gleichheit, es ging zuerst ums Wahlrecht der Frauen, – und er liegt im Frühling – Zufall?)

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen, schöpferischen Frühling!

   

Ihre Marianne Funda 


 
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