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14.05.2012

"Gute" und "böse" Tage

Liebe Leserin und lieber Leser!   Kennen Sie so Tage an denen einfach alles schief läuft – und Sie am liebsten gar nicht erst aufgestanden wären?

Pastorin Birgit Hasenberg ist Predigerin im Westfälischen Gemeinschaftsverband

  

Da war die Familie, die ihren neuen Wagen direkt beim Werk abholen wollte. Sie hatten diesen Tag als einen ganz Besonderen miteinander geplant.

Der Vater freute sich auf das neue Auto, die Mutter auf einen besonderen Einkaufsbummel und die Kinder fanden es klasse, dass es mit dem neuen Wagen in einen Safari-Park gehen sollte.

Alles lief richtig gut und alle waren auch miteinander guter Laune – bis die Kinder im Safari-Park auf die Idee kamen das Fenster zu öffnen und den Elefanten zu streicheln.

Dieser fand das wohl auch gut und schob seinen Rüssel hinein ins Auto. Die jüngste Tochter war nicht mehr ganz so begeistert und fing an zu schreien.

Ab da wurde der Tag zur Katastrophe. Der Vater machte nämlich das Fenster zu und der Rüssel des Elefanten wurde unsanft eingeklemmt; der Elefant revanchierte sich mit einem festen Stoß gegen die Autoseite, die richtig stark zerdrückt wurde.

Als die Familie den Schaden bei der Park-Aufsicht meldete, mussten sie zur Kenntnis nehmen, dass der Betreiber für den Schaden nicht aufkommt. Denn  überall im Park stehen Warnschilder, dass das Öffnen der Fenster verboten ist.

Die Familie kehrte darauf in einem Gasthof ein. Nach einem leckeren Essen und wohl auch dem einem oder anderen Bier für den Vater waren alle einigermaßen ruhig geworden.

Als sie dann auf der Autobahn waren, gerieten sie in einen Stau, an dessen Ende mehrere Wagen ineinander gefahren sind. Nur mit Mühe konnte der Vater den Wagen an diesem Ende zum Stehen bringen.

Als die Polizei den Unfall aufnahm und den Schaden an seinem Wagen sah, wollten sie auch sein Auto hinzufügen. Der Vater bestritt vehement an diesem Unfall beteiligt zu sein. Die Beamten wiesen auf seinen demolierten Wagen. Als er dann sagte: „Ja, unser Wagen ist demoliert, aber das war ein Elefant.“ – wurde er zu einer Alkoholprobe gebeten. Am Ende des Tages musste die Familie mit der Bahn nach Hause zurückfahren. Was für ein schrecklicher Tag!

Aber – wenn wir genau hingehört haben, dann war das auch ein Tag voller Bewahrung. Hätte nicht auch noch viel mehr passieren können? Ist es dann nicht auch Grund dankbar zu sein, dass nur ein Auto verbeult worden ist und ein Führerschein für einige Zeit eingezogen ist?

Im Buch des „Prediger Salomo“ aus der Bibel heißt es im 7. Kapitel, im 14. Vers: „Am guten Tag sei guter Dinge, und am bösen Tag bedenke: Diesen hat Gott geschaffen wie jenen, damit der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.“

Den „guten“ wie den „bösen“ Tag dürfen wir aus Gottes Hand nehmen, weil eins gilt: Gott, der Herr, ist mit uns an allen Tagen. Denn in Christus, dem Auferstandenen, hat er gesagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20)

  

Eine gesegnetes Woche – in der nichts schief läuft, wünscht Ihnen

   

Ihre Pastorin Birgit Hasenberg


 
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