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19.06.2017

Woran glaubst Du?

Liebe Leserin und lieber Leser! „Woran glaubst Du?“ – das ist die Frage der aktuellen ARD-Themenwoche 2017.

Birgit Hasenberg ist Gemeinschaftspastorin im Westfälischen Gemeinschaftsverband

     

Und wenn ich dann im Radio oder Fernsehen die unterschiedlichen Beiträge dazu wahrgenommen habe, dann gibt es auf diese Frage sehr viele, unterschiedliche Antworten. Da glauben einige an die Liebe und die Freundschaft, an das Schicksal oder eine höhere Macht. Manche glauben auch an Gott, andere wiederum an die Naturgesetze oder ihren Fußballclub.

Bei den verschiedenen Beiträgen wurde mir wieder einmal neu bewusst: auf diese sehr persönliche Frage gibt es nicht einfach „die eine Antwort“, die alle Menschen geben können.

Also stelle ich mir selbst diese Frage: „Woran glaubst Du?“ – und ich antworte: Ich glaube an Gott.

Dieser begegnet mir durch Sein lebendiges Wort, das ich in der Bibel entdecken kann. Er begegnet mir als der Schöpfer und als liebender Vater; er begegnet mir als Sohn in Jesus von Nazareth, dem Christus, und er begegnet mir als wirkmächtige Kraft im Heiligen Geist. 

„Glaube“ ist für mich Beziehung mit diesem lebendigen Gott trotz der Brüche in meinem Leben.

„Glaube“ ist das mir geschenkte Vertrauen, dass mein Leben letztlich Halt hat in den Händen des dreieinigen Gottes.

„Glaube“ - das ist für mich wie eine Brücke: Wenn ich von der einen zur anderen Seite will, dann muss ich irgendwann darauf vertrauen, dass diese Brücke trägt. Sicher, ich kann mich über die statischen Gegebenheiten informieren; ich kann auswendig lernen, dass eine Brücke mit dieser oder jener Stabilität eine Traglast von einer Tonne hat ... das kann ich alles wissen; aber dann kommt es darauf an: setzte ich nun meine Füße auf die Brücke oder nicht? Vertraue ich darauf, dass sie nun auch mich trägt, die ich doch deutlich weniger wiege als eine Tonne?

Diesen Schritt  dann auch zu wagen - das macht für mich “Glauben” aus.

Doch - „Glaube“ als Vertrauen auf Gott ist auch Sein Geschenk an mich.

Dass dieses Geschenk wirklich mir gilt, dass ich das Geschenk „auspacken“ und gebrauchen darf und kann, das kann ich nicht aus mir selbst heraus entdecken. Doch ich kann den, der sich da meines Lebens annimmt, der die Führung in meinem Leben übernehmen will, immer besser kennen lernen – besonders auch in der Gemeinschaft der Glaubenden, in der Gemeinde Jesu – und dadurch im Glauben gestärkt werden.

Denn als Glaubende begegne ich nicht einer „Idee“, sondern dem lebendigen Gott, der sich in Zeit und Ewigkeit ganz konkret zu erkennen gegeben hat: in der Geschichte Israels, im Leben seines Sohnes Jesus von Nazareth, im Leben der Jünger und Apostel, die dem gekreuzigten und auferstandenen Christus begegnet sind und von ihrer lebendigen Hoffnung einfach weitererzählen mussten, und im Leben von vielen Menschen, die auch für mich zur Wolke der Heiligen wurden.

 

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Birgit Hasenberg

 

 


 
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