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23.01.2018

Da hilft jetzt nur noch beten!

"Da hilft jetzt nur noch beten!" Manchmal höre ich diese Aussage und frage dann bei meinem Gesprächspartner nach: „Wie meinst Du das?“

Pastorin Birgit Hasenberg, Gevelsberg

Oft wird dann erzählt: Von einer schweren Krankheit, von komplizierten Familienverhältnissen, von einer verfahrenen Situation am Arbeitsplatz. Und ich frage nochmals nach: „Was meinst Du mit „nur noch“ beten?“ – Und mein Gesprächspartner wirft ein, dass er oder sie eben schon alles andere versucht hat und nichts geholfen hat.

 

„Und wenn alles andere nicht geholfen hat, dann soll Gott jetzt genau so helfen, wie Du das wünscht?“, hake ich nach. Wenn mein Gesprächspartner dann ehrlich ist, murmelt er sowas wie: „Naja, das weiß ich jetzt auch nicht so genau; ich kann Gott ja schlecht was vorschreiben.“

 

Nein, vorschreiben können wir Gott nichts. Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde; er ist der König und Herr; er ist der liebende Vater. So beschreibt die Bibel den lebendigen Gott. Einem solchen Souverän können wir Menschen auch als seine Kinder sicher nicht einfach so im Gebet sagen, was er tun oder lassen soll. Aber wir dürfen Ihn bitten, um die Heilung unseres Freundes von Krebs, um ein besseres Miteinander in unserer Familie, um Klärungen an unserem Arbeitsplatz; ja, wir dürfen Gott um alles bitten – in Jesu Namen. Und dabei muss das Gebet gar nicht nur eine Ausnahmesituation sein, denn wir können und dürfen mit Gott an einem jeden Tag im Gespräch sein wie mit einem guten Freund.

 

Ich nutze für dieses Gespräch mit Gott gerne meine Zeiten, die ich allein im Auto verbringe. Wenn ich so von A nach B unterwegs bin, kann ich meine Gedanken sortieren und mit Gott reden. Seit es Freisprechanlagen fürs Auto gibt, macht es mir auch nichts mehr aus laut zu beten. Die andren reden ja auch laut mit jemandem, den sie gerade nicht sehen können. Und fürs Beten brauche ich nicht einmal eine Flatrate. Ich spreche all das vor Gott aus, was mich bewegt. Da mischen sich Lob und Dank mit Klage, Bitten und Flehen. Je nachdem was gerade so oben auf ist. All das darf vor Gott sein.

 

Genau dazu ermutigt uns auch der Wochenspruch für die neue Woche aus Daniel 9: Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.

 

Probieren Sie es doch aus. Reden Sie einfach mal wieder mit Gott und vertrauen Sie auf Seine Barmherzigkeit.

 

Ihre Pastorin Birgit Hasenberg, Gevelsberg


 
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