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11.02.2018

Hoffnung auf Licht

Wie ging es Ihnen am Montag, als es endlich mal wieder richtig schön sonnig war? Für mich war das richtig ungewohnt - zwar musste ich morgens mein Auto noch freikratzen, aber dann schon kurz nach dem Losfahren die Sonnenblende herunter klappen. Und ich konnte mich wirklich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal in diesem Winter gemacht habe - aber jetzt ist er (hoffentlich) endlich vorbei - der dunkelste Winter seit 1951.

Gabriel Schäfer, Pfarrer in Schwelm

Und wenn ich gerade beim Schreiben dieser Worte aus dem Bürofenster auf den noch kahlen, aber in der Sonne stehenden Baum schaue, dann hoffe ich, dass es mit diesem Sonnentag nicht wieder vorbei ist - dass der Frühling endlich kommt, dass es länger sonnig und auch wärmer wird,  dass man sich auch wieder freuen kann, Zeit auch außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen.

 

Diesem fröhlichen Lebensgefühl aber steht kirchlich gesehen die kommenden Fasten- / Passionszeit im Weg. Gedanklich fröhlich und beschwingt, positiv und freudig habe ich Passionsandachten vorzubereiten, in denen es alles andere als fröhlich und beschwingt zugeht - getragene, traurige Lieder, Texte von der Folter und vom Tod Jesu, Trauer. Genau das Gegenteil von dem, was uns der kommende Frühling eigentlich vermitteln soll - und was ich auch gerade ganz persönlich für mich brauche, um aus dem Dunkel des nicht enden wollenden Winters herauszukommen.

Vom Dunkel zum Licht - genau das soll die Fastenzeit/Passionszeit auch vermitteln, fängt aber dieses Jahr genau dann mit der dunklen Seite an, wenn die Natur es sich anders überlegt hat.

 

Und trotzdem gibt es in jedem Dunkel auch die Hoffnung auf Licht. Ich selber weiß - irgendwann wird es auch wieder schön draußen - egal, wie lange es schon geregnet hat.

Und am Ende der Passionszeit steht Ostern - das weiß ich natürlich auch. Jesus ist nicht tot - Gott hat ihn wieder auferweckt. Und die 8 Wochen bis Ostern gehen auch schneller vorbei als man denkt.

Das Tal der Finsternis - egal ob dunkler Winter, Fastenzeit oder eine persönliche Trauer - hat am Ende auch ein Licht. Ein Licht der Hoffnung, das uns Menschen wieder Kraft geben kann. Viel zu oft sehen wir es nicht, brauchen liebe Menschen, die es uns erst zeigen.

 

Und genauso wie diesen sonnige Wochenstart am Ende eines schier endlosen Winters wünsche ich Ihnen auch weitere sonnige Momente in Ihrem Leben. Momente in denen Sie merken, es gibt noch Hoffnung. Es ist nicht alles so dunkel, wie es mir gerade scheint. Und egal was passiert - Gott ist bei uns - er begleitet uns, er trägt uns. Egal ob wir traurig daheim sind und nicht weiter wissen oder schon im Café sitzen und die Sonne genießen.

 

Ihr Gabriel Schäfer, Pfarrer in Schwelm


 
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