Evangelische Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Hasslinghausen und Schwelm
 
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20.04.2018

Wunderbar gemacht

Andreas Schulte, Pfarrer in Ennepetal

Die Konfirmationsgottesdienste am Wochenende in der Martin-Luther-Kirche in Ennepetal-Altenvoerde stehen unter einem Leitvers aus dem 139. Psalm: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Auf diesen Gedanken kommt man wohl eher selten, wenn man morgens zum ersten Mal mit verknautschtem Gesicht in den Spiegel schaut. Der Vers steht aber auch sonst quer zu vielen Lebenseinstellungen, die an uns herangetragen werden und die wir mehr oder weniger verinnerlicht haben.

 

Denn wir wollen oder müssen ja selbst etwas aus uns machen, möglichst etwas „Wunderbares“.

Wie viele sind mehr oder weniger ständig auf der Suche nach dem optimalen Aussehen, dem optimalen Beruf, der optimalen Partnerschaft, der optimalen Ernährung, einfach nach dem optimalen Leben? Dazu gibt es tagtäglich Anregungen – um nicht zu sagen – Druck von außen; es gibt aber auch die inneren Stimmen in mir selbst, die das einfordern. Es ist gut, wenn man etwas aus seinem Leben macht, wenn man etwas leisten kann, wenn man Erfolg hat, wenn man stolz auf etwas sein kann. Aber der Druck dazu – und manchmal auch die Gier danach – können einen krank machen.

 

Der 139. Psalm gibt unserem Lebenshunger deshalb eine gute Basis. Denn noch bevor wir irgendetwas aus uns machen, gilt die Verheißung: Gott hat uns wunderbar gemacht! Wir sind schon was, bevor wir etwas werden! Wir sind Geschöpfe Gottes. Und das gilt nicht nur für Konfirmandinnen und Konfirmanden, die noch ziemlich am Anfang ihres Lebensweges und damit vor vielen Entscheidungen stehen. Das gilt für alle, die nicht nur nach den eigenen Möglichkeiten im Leben fragen wollen, sondern auch nach den Möglichkeiten und der Barmherzigkeit Gottes.


 
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