Evangelische Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Hasslinghausen und Schwelm
 

Aktuelles aus Politik und Alltag Westspapuas

Kirche und Regierung im Dialog

Am 16. 12 2011 sprachen Kirchenführer aus Papua mit dem  indonesischen Präsidenten S. B. Yudhoyono. Er versprach, sich für ein Ende der militärischen Gewalt einzusetzen. Teilgenommen hat auch Jemima Krey, Präsidentin unserer Partnerkirche GKI-TP.

 

Dritter Papuakongress endet durch gewaltsamen Eingriff indonesischer Polizei- und Militärkräfte

Vom 17. bis zum 19. Oktober 2011 hatten sich über 4000 indigene Papua friedlich zum dritten Kongress des Papuavolkes in Abepura versammelt. Nachem am 19. Oktober eine neue Führung bestimmt und eine Erklärung zur Selbstbestimmung des Papuavolkes beschlossen worden war, reagierten die über 2000 anwesenden Sicherheitskräfte mit repressiver Gewalt. Es wurden nicht nur Warnschüsse abgegeben, sondern es kamen auch Tränengas und Knüppel zum Einsatz. Mindestens zwei Kongressteilnehmer kamen ums Leben und weitere 30 wurden verletzt. Weltweit gab es ablehnende Reaktionen auf das brutale Vorgehen der indonesischen Sicherheitskräfte.

 

Wichtige Stimme der Papua verstummt

Agua Alua, der Vorsitzende des Volksrates der Papua MRP (Majelis Rakyat Papua), ist im April plötzlich verstorben. Als Todesursache wurde eine Herzanfall angegeben. Unter Führung von Alua war das Sonderautonomiegesetz im Jahr 2010 für gescheitert erklärt und der Sonderautonomiestatus zurückgegeben worden. Alua hatte sich für die Rechte der indigenen Völker Papuas eingesetzt und vor allem um die Besetzung politischer Ämter durch Indigene bemüht. Der Vorsitzende der Kingmi-Kirche, Dr. Benny Giay, sagte: "Das Papua-Volk ist in Trauer."

Agus Alua war auch als Gast der "Vereinten Evangelischen Mission" bereits in Deutschland gewesen.


Kirchenführer werfen Indonesien Völkermord vor

In einer im Januar 2011 verabschiedeten "Theologischen Erklärungen der Kirchen in Papua" werfen die Führer der drei großen christlichen Kirchen der indonesischen Regierung Völkermord vor . Vor allem zwei Maßnahmen werden von den Unterzeichnern als Hinweise darauf verstanden, dass die indigenen Papua systematisch vernichtet werden sollen: Zum einen die "Transmigrationspolitik", in deren Rahmen von anderen Inseln stammende Indonesier systematisch in Papua angesiedelt werden. Zum anderen die "unerbittlichen militärischen Operationen". Die Kirchenführer sind der Meinung, dass die Papuas nicht als gleichwertige Bürger in Indonesien anerkannt werden.

Zu den Unterzeichner gehört auch Pfarrer Elly D. Doirebo, der stellvertretende Präsident der Evangelischen Kirche im Lande Papua, also der Kirche, der auch die Partnerkirchenkreise des evangelischen Kirchenkreises Schwelm anghören.



Papua gibt Sonderautonomie zurück

Bereits im Juni 2010 hat der Papua Volksrat das Sonderautonomiegesetz für gescheitert erklärt und an die indonesische Zentralregierung zurückgegeben. Dieses Anliegen wurde im Juli mit friedlichen Demonstrationen von mehreren Tausend Papua in Jayapura unterstützt. Dieses Vorgehen ist Ausdruck der großen Unzufriedenheit, welche die politische Situation in Papua auslöst. Trotz der Sonderautonomie fühlt sich die Mehrheit der Bevölkerung benachteiligt und unterdrückt. Offensichtlich profitiert nur eine kleine Elite von den mit der Sonderautonomie verbundenen Spielräumen und Geldern. 

 

Schweres Seebeben

Ein schweres Seebeben (7,1 auf der Richterskala) hat Mitte Juni 2010 den Osten der indonesischen Provinz Papua erschüttert. Das Epizentrum lag. ca. 100 km nördlich derInsel Biak. Es gab Berichte über wenige Tote und zerstörte Häuser, doch aus den Partnerkirchenkreisen wurden bisher keine  Schäden gemeldet.

 

Verschärfung der Fronten oder friedlicher Dialog?

Nach Berichten einer internationalen Menschenrechtsorganisation (West Papua Advocay Team) plant die indonesische Regierung, die Zahl der in Westpapua eingesetzten Soldaten (derzeit  ca. 10.000) noch einmal um ca. 4.000 zu erhöhen. Gleichzeitig bemüht sich der militärische Flügel der Unabhängigkeitsbewegung Papuas (OPM) darum, einen von internationalen Institutionen organisierten Dialog mit der indonesischen Regierung anzustoßen.

 

Regenwaldabholzung in Papua

9 Mill. ha Land sollen für den Anbau von Ölpalmen freigegeben werden. Der größte Teil der Fläche ist noch mit tropischem Regenwald bedeckt. Große indonesische und malayische Unternehmen blicken auf Papua, nachdem die Wälder Sumatras und Kalimantans (Borneos) größtenteils abgeholzt sind. Kleinere Volksgruppen der Papua verlieren dadurch ihre Existenzgrundlage und ihren Lebensraum. Mit der Abholzung wird auch das Klima weiter gefährdet.

 

Holzeinschlag am Mamberamo in einem der Schwelmer Partnerkirchenkreise.

Ermordung des Papuaführers Kelly Kwalik

Der Führer des bewaffneten Flügels der Unabhängigkeitsbewegung OPM, Kelly Kwalik, wurde am 16. Dezember 2009 von der Polizei erschossen. Der Tod des 60jährigen Wiederstandskämpfers hat Hunderte indigene Papua in Jayapura und Timika dazu veranlasst, auf die Straßen zu gehen und gegen das Vorgehen der indonesischen Sicherheitskräfte in Papua zu demonstrieren. 

Aktuelles aus der Partnerschaftsarbeit

Stiftungsaktivitäten 2012

5. Februar 2012: Partnerschaftssonntag

In den Gottesdiensten im Kirchenkreis Schwelm wird der Partnerschaftsarbeit gedacht und über aktuelle Entwicklungen in West-Papua informiert.

 

15. März 2012: Ennepetaler Weltwoche

Die Veranstaltung "Frauen eine Zukunft geben" behandelt das Thema "Frauen in der weltweiten Ökumene" am Beispiel Westpapuas.

 

6. Mai 2012: Trödelmarkt in Schwelm

Verkauf von Waffeln und Kaffee zugunsten der Ausbildung von Schülern und Studenten in West-Papua.



17. Juni 2012: Freundschaftsfest in Ennepetal

Die Stiftung ist mit einem Stand vertreten: indonesische Spezialitäten, Waffeln und Kaffee.



7. Oktober 2012: Trödelmarkt in Schwelm

Verkauf von Waffeln und Kaffee zugunsten der Ausbildung von Schülern und Studenten in West-Papua.



10. November 2012: 6. Trödelmarkt der Papua-Stiftung

Der Trödelmarkt findet im Zentrum für Kirche und Kultur in Gevelsberg statt.
13.30 Vortrag von Lina Lützenbürger: Mein Freiwilliges Soziales Jahr in Sumatera (Indonesien)


22. November 2011: Betriebsbesichtigung

Die Besichtigung eines heimischen Unternehmens ist offen für Freunde und Förderer der Stiftungsarbeit. Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben.

 

 
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