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Aktuelles aus Politik und Alltag Westspapuas

Papua gibt Sonderautonomie zurück

Bereits im Juni 2010 hat der Papua Volksrat das Sonderautonomiegesetz für gescheitert erklärt und an die indonesische Zentralregierung zurückgegeben. Dieses Anliegen wurde im Juli mit friedlichen Demonstrationen von mehreren Tausend Papua in Jayapura unterstützt. Dieses Vorgehen ist Ausdruck der großen Unzufriedenheit, welche die politische Situation in Papua auslöst. Trotz der Sonderautonomie fühlt sich die Mehrheit der Bevölkerung benachteiligt und unterdrückt. Offensichtlich profitiert nur eine kleine Elite von den mit der Sonderautonomie verbundenen Spielräumen und Geldern. 

 

Schweres Seebeben

Ein schweres Seebeben (7,1 auf der Richterskala) hat Mitte Juni 2010 den Osten der indonesischen Provinz Papua erschüttert. Das Epizentrum lag. ca. 100 km nördlich derInsel Biak. Es gab Berichte über wenige Tote und zerstörte Häuser, doch aus den Partnerkirchenkreisen wurden bisher keine  Schäden gemeldet.

 

Verschärfung der Fronten oder friedlicher Dialog?

Nach Berichten einer internationalen Menschenrechtsorganisation (West Papua Advocay Team) plant die indonesische Regierung, die Zahl der in Westpapua eingesetzten Soldaten (derzeit  ca. 10.000) noch einmal um ca. 4.000 zu erhöhen. Gleichzeitig bemüht sich der militärische Flügel der Unabhängigkeitsbewegung Papuas (OPM) darum, einen von internationalen Institutionen organisierten Dialog mit der indonesischen Regierung anzustoßen.

 

Regenwaldabholzung in Papua

9 Mill. ha Land sollen für den Anbau von Ölpalmen freigegeben werden. Der größte Teil der Fläche ist noch mit tropischem Regenwald bedeckt. Große indonesische und malayische Unternehmen blicken auf Papua, nachdem die Wälder Sumatras und Kalimantans (Borneos) größtenteils abgeholzt sind. Kleinere Volksgruppen der Papua verlieren dadurch ihre Existenzgrundlage und ihren Lebensraum. Mit der Abholzung wird auch das Klima weiter gefährdet.

 

Holzeinschlag am Mamberamo in einem der Schwelmer Partnerkirchenkreise.

Ermordung des Papuaführers Kelly Kwalik

Der Führer des bewaffneten Flügels der Unabhängigkeitsbewegung OPM, Kelly Kwalik, wurde am 16. Dezember 2009 von der Polizei erschossen. Der Tod des 60jährigen Wiederstandskämpfers hat Hunderte indigene Papua in Jayapura und Timika dazu veranlasst, auf die Straßen zu gehen und gegen das Vorgehen der indonesischen Sicherheitskräfte in Papua zu demonstrieren. 

 
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