Evangelische Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Hasslinghausen und Schwelm
 

Aktuelles aus Politik und Alltag Westpapuas

Informationen über die Menschenrechtslage in West-Papua finden Sie auch auf der Seite des West-Papua-Netzwerkes.


Januar 2016: US-Botschafter besucht Westpapua

Der US Botschafter in Indonesien, Robert Blake, hat Westpapua zwischen dem 17. und 22. Januar 2016 besucht um sich die jüngsten Fortschritte von Entwicklungsprojekten anzusehen, die von der US Regierung unterstützt werden. Darüber hinaus traf er sich mit Regierungsvertretern, dem Chef der Regionalen Polizei in Papua und wichtigen Akteuren aus Religion und Zivilgesellschaft. Nach Angaben der US Botschaft in Jakarta war der Hauptgrund für die Reise der Besuch verschiedener durch USAID umgesetzte Programme zur Armutsbekämpfung, dem Umweltschutz und der Förderung des Bildungswesens in Westpapua. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

 

Dezember 2015: Soldaten erschießen Palmölplantagenarbeiter

Nach Angaben von Antara News und verschiedenen lokalen Tageszeitungen in Westpapua, kam es am 20. Dezember zu einem gewaltsamen Zwischenfall im Landkreis Keerom, bei dem ein 22-jähriger Arbeiter einer Palmölplantage namens Marvel Doga von Mitgliedern der indonesischen Militäreinheit Yonif 411/Raider erschossen wurde. Der Vorfall ereignete sich gegen 22.00 Uhr Ostindonesicher Zeit, in unmittelbarer Nähe eines Büros des Indonesischen Palmölbetriebes PT. Tandan Sawita Papua in Arso. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

 

Dezember 2015: Gewalt am 1. Dezember

Jedes Jahr kommen Menschen in Papua aufs Neue zusammen um dem 1. Dezember zu gedenken - der Tag an dem das erste Mal die Morgensternflagge West Papuas mit dem Versprechen auf Unabhängigkeit von Seiten der damaligen niederländischen Kolonialregierung gehisst wurde. Die Gedenkversammlungen zum 54. Jahrestag wurden überschattet von Gewaltakten durch Sicherheitskräfte gegen diejenigen, die an den friedlichen Versammlungen teilnahmen.
 
Menschenrechtsverteidiger vor Ort berichteten von zahlreichen willkürlichen Verhaftungen, Folter und der Erschießung von vier Papuas bei Gedenkveranstaltungen in Serui, Nabire und Jakarta. Mindestens 145 Menschen, die an den Veranstaltungen teilnahmen, wurden durch Einsatzkräfte verletzt. Örtlichen Quellen zufolge gingen die Sicherheitskräfte auch hart gegen zwei ausländische Journalisten vor, die in Jakarta über die Versammlungen berichteten. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

 

November 2015: Pacific Islands Forum plant Besuch nach Westpapua

Bei der Jahrestagung im September beschlossen die Mitgliedsländer des Pacific Islands Forum (PIF), eine fact finding mission nach Westpapua durchzuführen. Ziel der Reise soll eine Untersuchung der örtlichen Lebensbedingungen sowie der Menschenrechts-verletzungen sein, die seit der Annektierung durch Indonesien vor über fünf Jahrzenten verübt werden. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

 

November 2015: Filep Karma freigelassen

Filep Karma, der bekannteste politische Gefangene Westpapuas, wurde am 19. November 2015 nach einer Haftzeit von 11 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Hunderte Unterstützer jubelten als er das Gefängnis in Abepura verließ. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

 

Februar 2015: Unbekannte töten Dorfbewohner während einer Schießerei im Yawakukat Distrikt auf der Yapen Insel

Am 11. Februar bauten Unbekannte eine Straßensperre am Kilo 4 in der Nähe des Dorfes Kontinuai im Yawakukat Distrikt. Als sich zwei Männer (Yosias Sineri und Soni Fairumbab) auf einem Motorrad näherten, blendeten diese Unbekannten die zwei Männer und eröffneten schließlich das Feuer. Yosias Sineri wurde in den Oberschenkel getroffen, schaffte es aber, sich in Sicherheit zu bringen. Auch Soni Fairumbab wurde stark verletzt und starb in einem nahegelegenen Wald, wo er am nächsten Tag von besorgten Dorfbewohnern gefunden wurde, die sich auf die Suche nach ihm gemacht hatten.

Die Täter sind noch nicht bekannt. Beobachter vor Ort gehen allerdings davon aus, dass die Polizei in Verbindung mit dem Vorfall steht.  (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

 

Dezember 2014: Vorerst keine neuen Regierungsprovinzen in Papua

Die Regierung in Jakarta erklärte am 28. Dezember, dass es in Papua zunächst keine neuen Provinzen geben solle. Neue Regionen würden nur dem Haushalt zur Last fallen.
 
Papua besteht derzeit aus zwei Provinzen, Papua und West Papua, diese bestehen wiederum aus dutzenden Städten und Landkreisen. Da diese Provinzen darin gescheitert waren, das Wohlergehen der Einwohner zu verbessern, war die Anfrage aufgekommen, die Provinzen in kleinere Regierungsbezirke aufzuteilen. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

November 2014: Mindestens 65 politische Gefangene in den Gefängnissen Papuas

Bis November gab es im Jahr 2014 101 Verhaftungen von KNPB (The National Committee for West Papua // Komite Nasional Papua Barat) -Aktivisten oder von Menschen, die mutmaßlich in Verbindung mit der KNPB standen.

Hier geht es zum Artikel des Westpapua Netzwerks

November 2013: Fragmentierung der Provinzen wird in Papua abgelehnt

Kirchenführer, Aktivisten und lokale Politiker haben Ihre Einwände gegenüber Plänen der Zentralregierung Indonesiens ausgesprochen, die eine Einteilung (Pemekaran) der Provinzen Papua und West Papua in weitere Provinzen und Landkreise vorsehen. Laut ihnen sei die Entscheidung unbegründet, da es sich um dünn besiedelte Gebiete handelt. Vielmehr wolle die Regierung unter anderem Posten für Politiker schaffen, die bei Wahlen erfolglos blieben. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

 

März 2013: UN in Menschenrechtsfragen gefordert

Verschiedene Menschenrechtsorganisationen und kirchliche Institutionen (darunter auch die Vereinte Evangelische Mission) haben eine gemeinsame Erklärung bezüglich der anhaltenden Menschrechtsverletzungen der UN verfasst, die sich an den Menschrechtsrat der Vereinten Nationen richtet. Sie fordern darin, dass sich dieser Rat für einen friedlichen Dialog zwischen den Konfliktbeteiligten einsetzt und die indonesische Regierung dazu drängt,

- neutrale Vermittler zu akzeptieren (z. B. nicht-indigener Bewohner der Papua Provinzen);

- den Zugang nach Papua nicht wie bisher nur für Touristen zu genehmigen, sondern auch für ausländische Journalisten und andere unabhängige Beobachter;

- als Voraussetzung für einen Dialog alle politischen Gefangenen in Papua freizulassen.

Der volle Text der Erklärung in englischer Sprache findet sich hier.

 

 

März 2013: Polizeibeamte foltern Pfarrer und forden Bestechungsgeld für seine Freilassung

Die Asian Human Rights Commission (AHRC) hat Informationen bezüglich der Folter von Pfr. Yunus Gobai, einem ehemaligen Kirchenführer der KINGMI Maranatha Nabire Kirche in Paniai, Papua erhalten, die am 2. März 2013 stattfand.

Der Pfarrer wurde festgenommen und von 5 Polizisten geschlagen, nachdem er vor der Polizeistation wahllos Verschiedenes gerufen hatte. Aufgrund der Folter erlitt er Verletzungen, aber die Polizei bot keine medizinische Versorgung an. Stattdessen forderte sie von der Familie des Pfarrers Bestechungsgeld für die Freilassung des Pfarrers. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

Februar 2013: Zuspitzung der politischen Situation - erhöhte Gewaltbereitschaft auf beiden Seiten

Im Februar 2013 erschossen Einheiten der militanten Freiheitsbewegung OPM acht indonesische Soldaten und vier Zivilisten. Die Nachricht wurde über alle Fernsehkanäle und alle großen Zeitungen Indonesiens verbreitet: West-Papua – immer noch Krisenregion. Wie zu erwarten schlug die Armee brutal zurück. Dörfer wurden niedergebrannt, Männer, Frauen und Kinder flohen in die Wälder. Es gibt noch keine genauen Angaben zu den Opfern der Vergeltungsaktion.

Wir sind solidarisch mit den Kirchen in West-Papua, die Gewalt ablehnen und einen Dialog zwischen der Papuabevölkerung und der indonesischen Regierung fordern. Doch bisher ist die indonesische Regierung dazu noch nicht bereit. Daher wächst die Frustration auf Seiten der Papua. Auf beiden Seiten sinkt die Schwelle, Gewalt anzuwenden. Der Angriff auf die Militärs im Februar war nur ein Glied in der Kette zunehmender Gewaltakte während der letzten Monate. Die indonesischen Sicherheitskräfte sprechen nicht mehr von Separatisten, sondern von Terroristen und gehen entsprechend brutal gegen Oppositionelle vor. (Siegfried Zöllner)

 

Dezember 2012: Gewalt zum Jahresende - Kirchenführer prangert Missachtung von Menschenrechten an

 

Die letzten Wochen waren wieder von Gewalt in Papua überschattet. Zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10.12.2012 forderte Menschenrechtsverteidiger und Kirchenführer Socrates Sofyan Yoman Indonesien auf, alle politischen Gefangenen wie z.B. Forkorus Yaboisembut und Filep Karma frei zu lassen. Yoman verwies auch auf 90 Fälle von Gewalt durch Sicherheitsbehörden im Jahr 2012. Er mahnte das Problem von Folter, Rechte von Gefangenen und das Fehlen von effektiven Beschwerdemechanismen an. Er wiederholte die Forderung nach einem friedlichen Dialog und Zugang nach Papua für ausländische Journalisten. (N. Voss, Westpapua Netzwerk)

 

August 2012: Verhaftungen und Folter unter Studenten

Das Menschenrechtsbüro der evangelischen Kirche in Papua berichtet von Ausschreitungen, die im August 2012 gegen Studenten  im kirchlichen Wohnheim "Pdt. S. Liborang", in dem auch einige Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung "Ausbildung für Papua" leben, stattfanden. 

 

Auslöser waren Unruhen im Stadtteil Abepura, bei dem ein Ladenbesitzer getötet wurde. Im Anschluss rückte die Polizei unter Einsatz von Tränengas und mit ca. 25 Fahrzeugen im Wohnheim ein, angeblich um den Mörder und Beteiligte an der Schlägerei zu suchen.

 

Ein Student wurde als Verdächtiger behandelt und gefoltert um ein Geständnis zu erpressen, später jedoch als offensichtlich Nichtschuldiger wieder frei gelassen. Insgesamt mussten sich 80 Studenten vor dem Gebäude versammeln und wurden wahllos geschlagen und getreten. Zudem durchwühlte die Polizei die Zimmer und nahm Dokumente mit, die auf politische Tätigkeiten hinweisen könnten. Bögen, Pfeile und Macheten wurden konfisziert, aber nach ihrer Rückkehr stellten die Studenten fest, dass auch Wertsachen wie Geld, Notebooks und Telefone fehlten. 16 Studenten wurden länger als nur über Nacht in Haft genommen, wo sie vermutlich weiteren Menschenrechtsverletzung ausgesetz sind.

 

Dezember 2011: Kirche und Regierung im Dialog

Am 16. 12 2011 sprachen Kirchenführer aus Papua mit dem  indonesischen Präsidenten S. B. Yudhoyono. Er versprach, sich für ein Ende der militärischen Gewalt einzusetzen. Teilgenommen hat auch Jemima Krey, Präsidentin unserer Partnerkirche GKI-TP.

 

Oktober 2011: Dritter Papuakongress endet durch gewaltsamen Eingriff indonesischer Polizei- und Militärkräfte

Vom 17. bis zum 19. Oktober 2011 hatten sich über 4000 indigene Papua friedlich zum dritten Kongress des Papuavolkes in Abepura versammelt. Nachem am 19. Oktober eine neue Führung bestimmt und eine Erklärung zur Selbstbestimmung des Papuavolkes beschlossen worden war, reagierten die über 2000 anwesenden Sicherheitskräfte mit repressiver Gewalt. Es wurden nicht nur Warnschüsse abgegeben, sondern es kamen auch Tränengas und Knüppel zum Einsatz. Mindestens zwei Kongressteilnehmer kamen ums Leben und weitere 30 wurden verletzt. Weltweit gab es ablehnende Reaktionen auf das brutale Vorgehen der indonesischen Sicherheitskräfte.

 

April 2011: Wichtige Stimme der Papua verstummt

Agua Alua, der Vorsitzende des Volksrates der Papua MRP (Majelis Rakyat Papua), ist im April plötzlich verstorben. Als Todesursache wurde eine Herzanfall angegeben. Unter Führung von Alua war das Sonderautonomiegesetz im Jahr 2010 für gescheitert erklärt und der Sonderautonomiestatus zurückgegeben worden. Alua hatte sich für die Rechte der indigenen Völker Papuas eingesetzt und vor allem um die Besetzung politischer Ämter durch Indigene bemüht. Der Vorsitzende der Kingmi-Kirche, Dr. Benny Giay, sagte: "Das Papua-Volk ist in Trauer."

Agus Alua war auch als Gast der "Vereinten Evangelischen Mission" bereits in Deutschland gewesen.


Januar 2011: Kirchenführer werfen Indonesien Völkermord vor

In einer im Januar 2011 verabschiedeten "Theologischen Erklärungen der Kirchen in Papua" werfen die Führer der drei großen christlichen Kirchen der indonesischen Regierung Völkermord vor . Vor allem zwei Maßnahmen werden von den Unterzeichnern als Hinweise darauf verstanden, dass die indigenen Papua systematisch vernichtet werden sollen: Zum einen die "Transmigrationspolitik", in deren Rahmen von anderen Inseln stammende Indonesier systematisch in Papua angesiedelt werden. Zum anderen die "unerbittlichen militärischen Operationen". Die Kirchenführer sind der Meinung, dass die Papuas nicht als gleichwertige Bürger in Indonesien anerkannt werden.

Zu den Unterzeichner gehört auch Pfarrer Elly D. Doirebo, der stellvertretende Präsident der Evangelischen Kirche im Lande Papua, also der Kirche, der auch die Partnerkirchenkreise des evangelischen Kirchenkreises Schwelm anghören.



2010: Papua gibt Sonderautonomie zurück

Bereits im Juni 2010 hat der Papua Volksrat das Sonderautonomiegesetz für gescheitert erklärt und an die indonesische Zentralregierung zurückgegeben. Dieses Anliegen wurde im Juli mit friedlichen Demonstrationen von mehreren Tausend Papua in Jayapura unterstützt. Dieses Vorgehen ist Ausdruck der großen Unzufriedenheit, welche die politische Situation in Papua auslöst. Trotz der Sonderautonomie fühlt sich die Mehrheit der Bevölkerung benachteiligt und unterdrückt. Offensichtlich profitiert nur eine kleine Elite von den mit der Sonderautonomie verbundenen Spielräumen und Geldern. 

 

Juni 2010: Schweres Seebeben

Ein schweres Seebeben (7,1 auf der Richterskala) hat Mitte Juni 2010 den Osten der indonesischen Provinz Papua erschüttert. Das Epizentrum lag. ca. 100 km nördlich derInsel Biak. Es gab Berichte über wenige Tote und zerstörte Häuser, doch aus den Partnerkirchenkreisen wurden bisher keine  Schäden gemeldet.

 

Aktuelles aus der Partnerschaftsarbeit

"Papua aktuell" zum Download

Hier können Sie eine Übersicht über die Stiftungstermine im Jahr 2015 herunterladen.

 

 

 

 
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