|
 - Nathan Pahabol bei der Schulung von Tutorinnen und Tutoren im September 2011 in Angguruk
Nach einer Probephase im Jahr 2010 konnte auf Initiative von Nathan Pahabol und mit finanzieller Unterstützung der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) NRW das Programm zur Alphabetisierung der Dorfbevölkerung im Gebiet Yalimo im Jahr 2011 erfolgreich auf breitere Füße gestellt werden. Im Herbst fand eine erste Schulung für Tutorinnen und Tutoren statt, die seither in den Dörfern mehrere Stunden Unterricht pro Woche erteilen.
Diese Unterricht ist bei Kindern und Erwachsenen vergleichsweise erfolgreich, weil die Tutoren mit yalisprachigen Fibeln arbeiten - anders als die staatlichen Schulen, deren Unterrichtsmaterial ausschließlich in indonesischer Sprache zur Verfügung steht, was den Alphabetisierungserfolg deutlich verlangsamt.
Das Frauenbildungszentrum der ev. Kirche von Papua eröffnet ein Heim für Schülerinnen in Wamena. Immer mehr Mädchen aus entlegenen Dörfern des Hochlandes wollen die gymnasiale Oberstufe besuchen. Das ist nur in der Kreisstadt möglich. Bisher mangelt es an Unterbringungsmöglichkeiten, während junge Männer sich auf gemietetem Land Grashütten bauen und ihr Brot mit Hilfsarbeiten, z.B. dem Fahren einer Fahrradrikscha verdienen. Für Mädchen ist das schwierig. Unsere Stiftung unterstützt das geplante Ausbildungszentrum für Mädchen.
Von September bis Dezember 2011 wurden in Wamena fünf Yali zu Hilfslehrern ausgebildet. Sie sind inzwischen in fünf entlegenen Dörfern, jeweils einige Stunden Fußmarsch von Angguruk entfernt, eingesetzt worden. Sie sollen in diesen Dörfern, in denen es keine regulären Schulen gibt, Kindern und Erwachsenen ein Grundwissen in Lesen, Schreiben und Rechnen vermitteln. Die Stiftung für Ausbildung in Papua hat dieses kirchliche Programm finanziell unterstützt.
Immer mehr Papuas studieren in Deutschland. Im Oktober 2011 hatte Schwelm Besuch von vier Studenten/innen, die in Leipzig studieren. Sie kommen entweder auf eigene Kosten oder im Rahmen eines indonesischen Regierungs-programms nach Deutschland.
Vor 50 Jahren nahm Ehepaar Zöllner seine Missionstätigkeit in Papua auf
Es war der Kirchenpräsident des damaligen West-Papua selbst, der die deutsche "Rheinische Mission" (heute: "Vereinte Evangelische Mission") darum bat, Missionare in die Region Balim-Yalimo zu entsenden. So kam es 1961 zur Einreise der beiden Pfarrer Paul-Gerhard Aring und Siegfried Zöllner sowie des niedländischens Artzes Wim Vriend ins Hochland der Insel Neuguinea. Nachdem sie anfängliche Hürden überwunden hatten, kamen ihre Frauen nach und arbeiteten mit ihnen daran, nicht nur das Christentum zu verbreiten, sondern auch die Bildungs- und Gesundheitssituation der Bevölkerung zu verbessern.
In diesem Jahr liegt der Beginn ihrer Arbeit dort 50 Jahre zurück und Deutsche wie Indonesier erinnern sich gerne daran. Für die Bewohner der Dörfer in Papua bedeutete die Ausbreitung des Evangliums eine echte Friedensbotschaft. Durch die Hinwendung zum Christentum gelang es, die zuvor ihr Leben bestimmende und überschattende Blutrache zu beenden.
Für die Europäer stellte das Leben in Papua eine wahrhafte Herausforderung dar: Sie mussten nicht nur auf gewohnten Komfort verzichten, sondern vor allem die Yalisprache (und Indondesisch) erlernen, einen Flugplatz anlegen, ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen und kulturelle Grenzen überschreiten.
Im Mai findet in Papua ein großer Festakt zum Gedenken an den Beginn der Missionsarbeit statt, an dem der Schwelmer Pfarrer i. R. Siegfried Zöllner als Ehrengast teilnehmen wird.
Einen ausführlichen Bericht über die Anfänge der Missionsarbeit finden Sie hier.
 - Während des Besuchs im März 2011: Dr. Siegfried Zöllner übergibt die frisch übersetzte indonesische Version seiner vor 34 Jahren geschriebenen Doktorarbeit an die Präsident der evangelischen Kirche von West Papua, Yemina Krey. Die Arbeit befasst sich unter dem Titel "Schweinekult und Lebensbaum" mit den Märchen und Mythen der Yali.
 - Diese Urkunde wurde der Kirchenpräsidenten zusammen mit einer von Klaus Bellingrath gestifteten Ehrenmedaille zum Dank für ihre Verdienste um die Partnerschaft und Bildungsarbeit verliehen.
Bildungsbemühungen zeigen Erfolg
Dank der Unterstützung aus Schwelm gibt es seit wenigen Monaten sogar einen Landrat (Bupati) in der indonesischen Provinz West-Papua, der seine Ausbildung dem Evangelischen Kirchenkreis Schwelm mitzuverdanken hat. Diese frohe Botschaft verkündete Yemima Krey, Kirchenpräsidentin aus Papua am Montagabend bei dem Stifterfest der „Stiftung für Ausbildung in Papua“ im Haus Martfeld in Schwelm.
Was der Einsatz für die Ausbildung in Papua bewirken kann, zeigt auch der Fall der Ärztin Dr. Enny Kenangelam, die als bisher einzige yalisprachige Ärztin ausgebildet wurde und nun in einem Krankenhaus in der Minenstadt Timika arbeitet. „Vor allem behandele ich dort Malaria-, TBC und HIV/AIDS-Patienten“, so Dr. Kenangelam in Schwelm. „Viele Patienten kommen extra zu mir, da sie zu einer Ärztin mit Kraushaar mehr Vertrauen haben als zu den glatthaarigen zugewanderten Indonesiern“. In vielen Provinzen und Regionen fehlen Ärzte vollständig, so dass Patienten aus dem gesamten Land in die Klinik in Timika kommen müssen. Einen Teil ihrer Arbeit widmet die Ärztin ferner der Forschung an wirksamen Malaria- und AIDS-Mitteln .
Eine solche Arbeit ist immens wichtig, um das Überleben der etwa 300 indigenen Völker in West-Papua zu sichern – in einem Land, in dem bis heute eine hohe Kinder- und Müttersterblichkeit und eine mangelhafte Grundausbildung herrschen.
Dr. Klaus Solmecke erinnerte deshalb an die Herausforderungen in den nächsten Jahren, die nur durch weitere Unterstützung aus Schwelm möglich sein wird. Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2015 mindestens eine Person in jedem Haushalt im Partnerkirchenkreis Balim-Yalimo Lesen und Schreiben kann. Auch die Universitäts- und die Berufsausbildung sollen weiter verbessert und gestärkt werden, was ohne die Unterstützung aus Schwelm nicht möglich wäre.
Etwas 120 Gäste nahmen an der Festveranstaltung teil, mit der das 5-jährige Bestehen der Stiftung gefeiert und der Dank an alle Spender und Spenderinnen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgesprochen wurde.
 - Die Bildungssituation in West Papua wurde beim Stifterfest von Kirchenpräsidentin Yemima Krey erläutert. Sie bedankte sich für die langjährige Unterstützung unter anderem beim Vorsitzenden der Stiftung Klaus Solmecke (r.) und Pfr. i. R. Klaus Reuter (l.).
 - „wam“ („Schwein““): Die Fibeln nutzen nicht nur die Muttersprache der Lernenden, sondern auch Tiere, Pflanzen und Gegenstände aus ihrem Alltag.
Sieckermann-Stiftung finanziert Unterrichtsmaterial für Kirchenkreise in Papua
Analphabetentum ist eines der großen Entwicklungshindernisse in den Partnerkirchenkreisen Schwelms in Indonesien. Um dem entgegenzuwirken, hat die „Stiftung Ausbildung für Papua“ nun Unterrichtsmaterial in der Muttersprache der Bewohner neu aufgelegt. Der Druck dieser Fibeln wurde durch die „Dr. Hella und Dieter Siekermann Stiftung“ großzügig finanziert. Zum Dank dafür fand eine kleine Feierstunde am Stüting (Gevelsberg) statt, wo derzeit eine Gruppe von Studenten aus Papua zu Gast ist.
Im Rahmen dieser Feierstunde begründete der indonesische Lehrer Nathan Pahabol die Notwendigkeit des Drucks der Fibeln und berichtete von der Arbeit damit: Lesen zu lernen ist in den peripheren Regionen Indonesiens nicht so einfach. Die staatlichen Schulbücher sind in indonesischer Sprache erstellt, einer Sprache, die für viele Einwohner nicht die Muttersprache ist. Im Kirchenkreis Yalimo z. B. wird Yali gesprochen. Das hat Ilse und Siegfried Zöllner, die 13 Jahre lang als Theologen und Lehrer im Bergland Papuas tätig waren, schon Anfang der 1970er Jahre dazu veranlasst, Unterrichtsmaterial in der Yali-Sprache zu erstellen. Bis heute ist die Arbeit mit diesen Büchern, in denen nicht nur die Sprache der Menschen, sondern auch ihr Alltagsleben, ihre Pflanzen, Tiere und Gegenstände aufgegriffen werden, sehr viel erfolgreicher als die mit den indonesischen Büchern. Kinder und Erwachsene lernen in der Regel schon innerhalb weniger Monate lesen und schreiben – was in den staatlichen Schulen oftmals erst nach mehreren Jahren gelingt.
Nach monatelanger Vorbereitung war es endlich soweit: Die Studentengruppe aus West Papua kam am Samstag, 7.8.2010, endlich in Deutschland an. Vor dem CVJM-Heim am Stüting in Gevelsberg wurden sie feierlich von vielen Gemeindegliedern aus dem Evangelischen Kirchenkreis Schwelm begrüßt. Der Posaunechor spielt, die Kantorei sang, es wurde geredet, gegessen und schließlich auch schon Ball gespielt.
Die Begegnung zwischen jungen Erwachsenen aus Indonesien und Deutschland dauert vier Wochen. An dieser Stelle wird noch ausführlicher darüber berichtet werden. Aktuelle Informationen sind zudem im "Papua Blog" abrufbar unter http//schwelm-papua.tumblr.com
 - Das Wiedersehen zwischen den Deutschen, die 2008 in West Papua waren und den Indonesiern, die jetzt in Deutschland sind, stand im Mittelpunkt der Feier am Stüting.
 - Solarlampen sind eine wertvolle Bereicherung des Alltags in den nicht an die Elektrizität angeschlossenen Regionen Westpapua.
Pfarrer Klaus Reuter für vier Monate in Westpapua
Seit dem 22. April 2010 ist Pfarrer i. R. Klaus Reuter für vier Monate in Westpapua unterwegs. Reuter, der früher schon mehrere Jahre als Missionar in beiden Kirchenkreisen tätig war, verfolgt diesmal vor allem zwei Ziele: Zum einen wird er Forbildungen für Gemeindeleiter anbieten. Zum anderen befasst er sich mit einem Solarlampenprojekt. Unter seiner Leitung wurden schon vor einigen Jahren Solarlampen in Abepura produziert und sowohl im Bergland als auch in den Fluss- und Küstenebenen vielfach eingesetzt. Nun möchte er die weitere Produktion und Instandhaltung der Lampen voranbringen. Klaus Reuter, der gelernter Elektriker ist, wird sich um die Ausstattung der zugehörigen Werkstatt und die Ausbildung der Handwerker bemühen.
 - Natan Pahabol
In der Zeit vom 22.3. bis zum 6.4.2010 hat der der Stiftung verbundene Lehrer Natan Pahabol die Region Gilika besucht – ein Gebiet, das etwa 15 Flugminuten nördlich von Angguruk, in der Nähe des oberen Mamberamo, liegt. Dort gibt es acht Gemeinden mit insgesamt knapp 500 Gemeindegliedern (Gemeindegliederzahl zwischen 50 und 120 Personen).
Natan Pahabol fand dort nur 37 Personen vor, die lesen können. Eine Schule vor Ort gibt es nicht. Schulkinder müssen nach Welarek, das einen Tagesmarsch entfernt liegt, in die Schule gehen.
Die Gemeinden wissen nichts über irgendwelche Entwicklungen des Kirchenkreises oder der Landeskirche Westpapuas (GKI). Seit 2002 hat es von dieser Seite keinen Besuch des Kirchenkreises gegeben und deshalb seit 8 Jahren auch keine Taufe, Konfirmation, Trauung, Kursus oder sonstige Information. Die Evangelisten sind alle seit über 20 Jahren vor Ort und möchten z.T. wenigstens einmal versetzt werden. Zwei Kirchengebäude sind praktisch nicht genutzt, weil die Dörfer z.T. halbnomadisch leben, also wegen Nahrungssuche weggezogen sind. Es gibt kein Krankenstation und keinen Krankenpfleger.
Natan Pahabol hat in Gilika vom 24. bis 26. März für 35 Teilnehmer einen Kurs durchgeführt, in dem es um theologische und praktische Fragen der Gemeindearbeit ging. Außerdem hat er die von Siegfried Zöllner entwickelten Fibeln verteilt, mit deren Hilfe auch Erwachsenen in ihrer Muttersprache Lesen und Schreiben beigebracht werden kann. Um diesen Unterricht in Gang zu bringen, hat er Hilfslehrer in der Unterrichtsmethode geschult.
Auf der Frühjahressynode des Kirchenkreises wurde Stiftungsrat in seiner Arbeit bestätigt und alle Mitglieder wurden wiederberufen: Dr. Klaus Solmecke (Vorsitz), Dr. Siegfried Zöllner (Geschäftsführung), Fritz Werth (Finanzen), Superintendent Manfred Berge, Pfarrer Thomas Bracht, Dr. Astrid Seckelmann.
|
5. Februar 2012: Partnerschaftssonntag
In den Gottesdiensten im Kirchenkreis Schwelm wird der Partnerschaftsarbeit gedacht und über aktuelle Entwicklungen in West-Papua informiert.
15. März 2012: Ennepetaler Weltwoche
Die Veranstaltung "Frauen eine Zukunft geben" behandelt das Thema "Frauen in der weltweiten Ökumene" am Beispiel Westpapuas.
6. Mai 2012: Trödelmarkt in Schwelm
Verkauf von Waffeln und Kaffee zugunsten der Ausbildung von Schülern und Studenten in West-Papua.
17. Juni 2012: Freundschaftsfest in Ennepetal
Die Stiftung ist mit einem Stand vertreten: indonesische Spezialitäten, Waffeln und Kaffee.
7. Oktober 2012: Trödelmarkt in Schwelm
Verkauf von Waffeln und Kaffee zugunsten der Ausbildung von Schülern und Studenten in West-Papua.
10. November 2012: 6. Trödelmarkt der Papua-Stiftung
Der Trödelmarkt findet im Zentrum für Kirche und Kultur in Gevelsberg statt. 13.30 Vortrag von Lina Lützenbürger: Mein Freiwilliges Soziales Jahr in Sumatera (Indonesien)
22. November 2011: Betriebsbesichtigung
Die Besichtigung eines heimischen Unternehmens ist offen für Freunde und Förderer der Stiftungsarbeit. Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben.
|