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16.04.2018

Gottesgeschenk: Gelegenheit macht Taufe

Erstes Tauffest an der Ennepe mit mindestens 20 Täuflingen

Ortstermin an der Ennepe: Die Pfarrerinnen und Pfarrer des Evangelischen Kirchenkreises Schwelm freuen sich auf das erste gemeinsame Freiluft-Tauffest in Gevelsberg. Im Bild (v.l.n.r.): Ortwin Pfleging, Anja Martin, Thomas Werner und Superintendent Andreas Schulte.

Kirchenkreis. „Die Taufe ist ein Gottesgeschenk – nehmen wir es an!“ So warb die Evangelische Kirche von Westfalen vor einigen Jahren in ihren Gemeinden um Ideen für Tauffeiern der etwas anderen Art. Der Evangelische Kirchenkreis Schwelm greift diese Aktion in diesem Jahr noch einmal auf. Mit einer ungewöhnlichen Aktion in Gevelsberg: Am Sonntag, dem 1. Juli, findet am Ennepebogen ab 11 Uhr in Gevelsberg ein zentrales Open-Air-Tauffest statt – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Schon jetzt sind mehr als 20 Täuflinge angemeldet.

 

Andreas Schulte,. Superintendent im Kirchenkreis Schwelm, blickt sich zufrieden im Ennepebogen in Gevelsberg um. Die ersten Narzissen betören mit ihrem Duft und leuchten weithin sichtbar, im Hintergrund plätschert die Ennepe und die ersten unerschrockenen Kinder haben nach dem langen, nassen Winter die Spielgeräte zurückerobert. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass es sich in dieser romantischen Kulisse gut feiern lässt – und wenn die fünf evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises am ersten Juli-Wochenende Bühne, Biertischgarnituren und vor allem Taufschalen aufstellen werden, dann ist es eine doppelte Premiere: Als gemeinsame Aktion dieser Art im Kirchenkreis einerseits und als besonderes christliches Fest an diesem Ort andererseits.  Die 18  Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer sowie zahlreiche ehrenamtliche Helfer freuen sich schon sehr auf ein fröhliches Tauffest an der Ennepe, bei dem es trotz Feierlichkeit locker und ungezwungen zugehen darf.

 

Die Taufe ist vielleicht das Familienfest schlechthin. Dazu ein Klischee: Im Garten des freistehenden Hauses spielen ausgelassen die älteren Geschwister und Cousinen, an der langen, gedeckten Kaffeetafel unter den blühenden Obstbäumen sitzt zufrieden die Großfamilie, deren Mitglieder auf das fröhlich glucksende Kleinkind im weißen Kleidchen blicken. Doch so idyllisch wie in Bullerbü ist die Realität selten: Mietswohnungen mit kleinem Balkon, Patchwork-Familien oder Alleinerziehende, die nicht wissen, wie sie vom Lohn ein Fest ausrichten sollen. „Manche Taufe scheitert nicht am Glauben, sondern an den Rahmenbedingungen“, weiß auch Pfarrer Thomas Werner aus der Kirchengemeinde Gevelsberg. „Bei mir haben sich schon zwei alleinerziehende Mütter angemeldet, die sich sehr freuen, dass wir dieses Fest ausrichten.“

 

„Gute Ideen darf man ruhig klauen“, schmunzelt Superintendent Schulte mit Blick auf die Nachbarkirchenkreise, in denen man bereits gute Erfahrungen mit dieser Art Freiluft-Feier gesammelt hat. „Wir wollen unter anderen ja auch Menschen ansprechen, die nicht so schnell ihren Fuß über die Schwelle unserer Kirchen setzen“, erläutert Schulte, der als Pfarrer auch selber in Ennepetal-Altenvoerde Dienst tut. Denn auch die eigene religiöse Entfremdung spielt eine Rolle, wenn Eltern ihren Nachwuchs nicht mehr wie selbstverständlich zur Taufe anmelden. „Wer nicht oder nicht mehr regelmäßig den Gottesdienst besucht, für den sind viele Rituale fremd – und dadurch entsteht Unsicherheit“, erkennt der Theologe. Die Handlung im Altarraum am Taufbecken, im Visier der kompletten Gemeinde mag da manchem unangenehm sein. Mit der Großveranstaltung, bei der natürlich dennoch jeder Täufling individuell getauft wird, entfällt der Druck – bei der Open-Air-Taufe im Nachbarkirchenkreis Witten erreichten die Kirchengemeinden 2016 mehr als 50 Täuflinge und deren Familien.

 

Nach einem zentralen Gottesdienst um 11.00 Uhr wandern die Familien mit „ihrem“ Pfarrer zu einer der Taufstationen, an denen dann Kinder, Jugendliche und wahrscheinlich  auch Erwachsene getauft werden. Bei gutem Wetter können die Erwachsenen-Taufen tatsächlich in der Ennepe stattfinden; alle anderen Taufstationen verwenden das umgefüllte Flusswasser aus bereitgestellten Taufschalen. „Die DLRG ist mit einem Boot und freiwilligen Helfern dabei“, betont Ortspfarrer Thomas Weber, der sich über diese tolle Unterstützung ebenso freut wie über die „große Kooperation der Stadt“. Schließlich gab es zu Zeiten, als Johannes im Jordan taufte, längst nicht so viele Vorschriften zu beachten – da ist es gut, dass in Gevelsberg viele an einem Strang ziehen und so eine Taufe wie zu Jesu Zeiten erst möglich machen.

 

 Nach einem Abschlussgebet sind alle Tauffamilien zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Superintendent Schulte: „Wir haben einen Caterer, der uns bei der Bewirtung der Familien mit Leckereien unterstützt. So können wir den Tag für die Tauffamilien wirklich kostenlos anbieten.“  Musikalisch umrahmt eine Live-Band unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Gerhardt Marquardt den Tag. Und sollte das Unerwünsche passieren und tatsächlich tagelanger Dauerregen die Taufe unter freiem Himmel unmöglich machen, gibt es einen „Plan B“, in dem die Taufen dann in der Gevelsberger Erlöserkirche stattfinden würden.

 

Übrigens: Alle Informationen über die Taufe erhalten Interessierte bei ihren zuständigen Ortspfarrern, die auch die Taufgespräche führen werden. Und natürlich ist jeder Täufling später Mitglied seiner Ortsgemeinde.

 

 

Info-Kiste:

 

Wer sich oder sein Kind beim Fest am Ennepe-Bogen in Gevelsberg taufen lassen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden. Die Anmeldungen nehmen alle evangelischen Gemeindeämter entgegen. Im Kreiskirchenamt in Schwelm kann erfragt werden, welche gemeinde zuständig ist. (Telefon: 0 23 36 / 40 030

 

Interessenten sollten sich bis Ende Mai gemeldet haben, damit noch Zeit genug für das individuelle Taufgespräch bleibt.

 

Gäste, die nicht getauft werden, sondern einfach nur dabei sein möchten, sind ebenfalls herzlich eingeladen.

 

Das Tauffest findet am Sonntag, 1. Juli 2018, von 11 bis 14.30 Uhr im Ennepebogen in Gevelsberg statt.


 
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