EvangelischeEv. Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Haßlinghausen, und Schwelm

Zwischen Kanzel und Fußballtor

Josephine Schmidt absolviert seit dem 1. April 2022 ihr Vikariat in der Ev. Kirchengemeinde Voerde in Ennepetal. Ihr Mentor ist Pfarrer Armin Kunze.

Josephine Schmidt absolviert seit dem 1. April 2022 ihr Vikariat in der Ev. Kirchengemeinde Voerde in Ennepetal.

Was bewegt eine junge Frau dazu, Theologie zu studieren und Pfarrerin zu werden? Bei Josephine Schmidt war es das positive Erleben in der Paulus-Kirche im Dortmunder Norden. „Ich war eigentlich katholisch“, erzählt Josephine Schmidt. „Dann wurde unsere Gemeinde geschlossen und ich habe eine neue Gemeinde gesucht.“ Die fand die Bochumerin in Dortmund und fühlte sich gleich angenommen und pudelwohl. Und so reifte schnell der Entschluss, zu konvertieren. „Das war nicht so einfach für meine Familie. Schließlich ist meine Mama katholische Religionslehrerin, und mein Opa, den ich leider nicht mehr kennenlernen konnte, war früher Küster im Kloster Stiepel.“ Aber spätestens nachdem ihre Familie ihre erste Predigt gehört hatte, war auch ihnen klar, dass die Kanzel in einer evangelischen Kirche genau der Platz ist, an den Josephine beruflich hingehört.

Der Weg auf die Kanzel war aber nach dem Abitur noch nicht so ganz deutlich. Erst einmal begann Frau Schmidt ein Lehramtsstudium in Wuppertal. Aber nach einem Semester war dann klar, es geht in Richtung Pfarramt. An der kirchlichen Hochschule Wuppertal lernte sie Hebräisch, Altgriechisch sowie Latein und wechselte dann an die Ruhr-Uni in Bochum, wo sie Evangelische Theologie studierte.

Vor allem die Traumatheologie hat in dem Studium einen größeren Stellenwert eingenommen. „Zusammen mit Nikolaus Schneider und anderen habe ich eine Tagung konzipiert und geplant, die im nächsten Jahr stattfinden soll. Hier sollen Menschen, die ein Trauma erlitten haben sowie Ärzt:innen und Seelsorger:innen zu Wort kommen“, erzählt Josephine Schmidt. „In der Traumatheologie geht es u.a. darum, wie Kirche mit traumatisierten Menschen umgehen kann“, erklärt Frau Schmidt. Die Affinität und Sensibilität zu diesem Thema rührt bei Josephine Schmidt auch daher, dass sie einen Bruder durch eine Krebserkrankung verloren hat.

  

Jetzt ist Josephine Schmidt in Voerde angekommen und freut sich, dass sie so herzlich in der Gemeinde aufgenommen wurde: „Hier sind alle so sehr, sehr nett!“

Bis zu den Sommerferien absolviert sie mit 12 Wochenstunden ihr Schulvikariat in der Grundschule Voerde. Nach den Sommerferien wird sie dann noch bis April 2023 zweimal die Woche in der Schule und sonst in der Gemeindearbeit aktiv sein. Insgesamt dauert ihr Vikariat zweieinhalb Jahre. Danach möchte Josephine wieder zurück in den Pott: „Gemeindearbeit im Ruhgebiet kann ich mir sehr gut vorstellen. Mich reizt, die Vielfalt der Menschen zu entdecken und sie auf ihren Wegstrecken zu begleiten.“

Und was macht Josephine Schmidt, wenn sie mal nicht im Auftrag des Herrn unterwegs ist? „Dann findet man mich auf dem Fußballplatz“, erzählt die angehende Pfarrerin. Als Torfrau des LFC Laer ist sie in ihrer Freizeit bemüht, ihren Kasten sauber zu halten. „Das klappt trotz meiner 1 Meter 60 richtig gut.“ Und selbstverständlich ist sie als waschechte Bochumerin bei Heimspielen des VFL im Ruhrstadion am Start und drückt ihrer Elf die Daumen. Jetzt wünschen wir Josephine Schmidt, dass sie in ihrem Vikariat zum einen viele neue Erfahrungen sammeln und zum andern die Gemeinde in Voerde bereichern kann.