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„Eine wundersame Rettung – Tamar, ein Kinderschicksal im Holocaust“

29.01.2023, Sonntag

Die wahre Überlebensgeschichte eines jüdischen Mädchens im Holocaust, gesprochen von der Schauspielerin Nina Hoger und Sofia Bertolo. Mit jiddischen Liedern aus dem Wilnaer Ghetto und Instrumentalmusik, gespielt von Roswitha Dasch und dem Finkelstein Trio

    

Tamar ist drei Jahre alt, als die deutsche Wehrmacht im Juni 1941 in Litauen einmarschiert und ihre Heimatstadt Wilna (heute Vilnius) besetzt. Wenige Monate später, im September 1941, errichten die Deutschen einen abgeriegelten, bewachten Ghettobezirk, in dem alle Juden in großer Enge und unter schwierigsten Bedingungen leben müssen. Nach der Deportation des Vaters nach Estland folgen ihm Mutter und Tochter. Auf dem anschließenden Transport gelingt es Jetta Schapiro-Rosenzweig, nach mehreren vergeblichen Versuchen, mit ihrem Kind auf wundersame Weise aus einem Durchgangslager zu fliehen und sich anschließend unter falscher Identität in den Wirren des Krieges auf verschiedenen Gutshöfen durchzuschlagen. Allen Bedrohungen und Verfolgungen begegnet sie mit unerschütterlichem Überlebenswillen und dem einzigen Ziel, ihre kleine Tochter Tamar zu retten.

   

Dargestellt wird die Überlebensgeschichte aus Sicht der Mutter  – prominent besetzt mit Nina Hoger – und aus der Sicht der kleinen Tochter, gesprochen von der 12jährigen Wuppertalerin Sofia Bertolo.

   

Die Geschichte von Tamar Dreifuss und ihrer Mutter Jetta Shapiro-Rosenzweig steht stellvertretend für viele einzelne Lebenstragödien in Osteuropa während des zweiten Weltkrieges. „Deshalb war es mir wichtig, die Erlebnisse meiner langjährigen Freundin Tamar festzuhalten“, sagt die Wuppertaler Musikerin und Autorin Roswitha Dasch: „Vor allem für Kinder und Jugendliche gibt es wenig Formate, die die Holocaust-Inhalte einfühlsam vermitteln.“

Ihre Idee war es auch, die inszenierte Lesung mit jiddischen Liedern aus dem Wilnaer Ghetto und Instrumentalmusik zu kombinieren, die sie zusammen mit dem Finkelstein Trio arrangiert und eingespielt hat.

   

Tamar Dreifuss wohnt heute in Köln und ist 84 Jahre alt – eine der letzten noch lebenden Zeitzeuginnen des Wilnaer Ghettos. 2002 hat sie die Überlebensgeschichte ihrer Mutter aus dem Jiddischen ins Deutsche übersetzt und 2009 mit Hilfe eines Teams ein Kinderbuch über ihre Rettung geschrieben. Aus beiden Büchern liest Tamar Dreifuss, wenn sie als Zeitzeugin in Schulen und anderen Einrichtungen von ihrem Überleben erzählt. Ihr Engagement wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet und wird im November 2021 mit dem Giesberts-Lewin Preis und dem Bundesverdienstkreuz in Köln erneut gewürdigt.

Am 27.01.2022 hielt Tamar Dreifuss eine viel beachtete Rede im NRW-Landtag.

Wir haben Tamar Dreifuss zu unserer Veranstaltung eingeladen.

Kooperationspartner dieser Veranstaltung ist die Stadt Sprockhövel und Mizwa – Zeit zu handeln e.V.