EvangelischeEv. Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Haßlinghausen, und Schwelm

„Richtiges Loben“

Liebe Leserin und lieber Leser, kennen Sie auch so Menschen, die sich ganz nach dem Motto „nicht geschimpft, ist genug gelobt“ verhalten?

Birgit Hasenberg ist Predigerin im Westfälischen Gemeinschaftsverband

   

Ob zu Hause, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz: es tut uns gut, wenn wir für die Art und Weise wie wir eine Sache erledigen, auch von anderen (natürlich auch mal vom Chef) gelobt werden.

Sich dauerhaft zu sagen, wenn keiner meckert, wird es schon in Ordnung sein, motiviert weder beim täglichen Kochen noch beim Dienst am Kunden.

Doch „richtiges Loben“ will gelernt sein. Denn motivierend ist ein Lob ja nur dann, wenn wir spüren: das ist jetzt aufrichtig und ehrlich.

  

So hat sich Jesus sicherlich damals über den einen gefreut, der noch einmal zu ihm zurückkam. Der Mann, ein Samariter, hatte – wie auch neun andere – Heilung erfahren. Und er, so berichtet es der Evangelist Lukas, hat diese Heilung nicht einfach nur so als selbstverständlich hingenommen. Nein, er kommt zurück zu Jesus und lobt und preist dabei, während er geht, läuft, hüpft, Gott mit lauter Stimme. Und dann fällt er Jesus vor die Füße und dankt ihm.

Über das Loben und den Dank dieses einen Mannes hat Jesus sich sicherlich gefreut. Doch er hat sich auch gefragt, wo denn die anderen neun geblieben waren. Erlebt haben sie genau dieselbe Hilfe wie dieser eine Samariter, doch sie sind nicht zurückgekommen.

Vielleicht hatte der Alltag, die Familie, die Freunde sie allzu schnell wieder in Beschlag genommen; vielleicht haben sie aber auch ihre Heilung gar nicht bewusst mit Jesus in Verbindung gebracht. Oder sie gehörten zu denen, die einfach ganz schnell vergesslich sind und keinen Blick mehr für den haben, der ihnen wirklich geholfen hat.

Gut, dass der eine zurückgekommen ist. Gut, dass der eine auch nicht nur im „stillen Kämmerlein“ Gott die Ehre gegeben hat.

Ehrlich und aufrichtig war das Loben dieses Mannes, an dem auch wir uns ein Beispiel nehmen können.

Und sollten wir eher zu den Vergesslichen gehören, wenn es um das Loben – gerade auch das Gott loben – geht, dann dürfen wir uns die Worte aus Psalm 103, die uns in der kommenden Woche als Wochenspruch begleiten, wieder neu zu Herzen nehmen: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

 

 

Gott befohlen,

Ihre Pastorin Birgit Hasenberg