EvangelischeEv. Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Haßlinghausen, und Schwelm

Neues Vertrauen ist gefragt

Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2.Tim. 1,7)

Dr. Maria Magdalena Weber hat sich viele Jahre als Presbyterin in der Ev. Kirchengemeinde Schwelm engagiert und im Kreissynodalvorstand des Ev. Kirchenkreises Schwelm mitgearbeitet. Heute engagiert sie sich weiterhin ehrenamtlich in der Kirchengemeinde Schwelm z.B. als Lektorin in Gottesdiensten und ist Mitglied im Theologischen Auschuss der Ev. Kirchenkreise Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm

Es gibt Verse in der Bibel, die so stark und nachhaltig sind, dass sie oft zur Taufe, Konfirmation oder Trauung als Lebensbegleiter ausgesucht werden. Der zitierte Satz aus dem Timotheusbrief  ist einer davon. Darum erinnern wir uns auch in schwierigen Zeiten wieder daran. Aber wird denn nicht gerade vieles besser?

Wir sind angekommen in der „neuen Normalität“. An das Leben mit den Corona-Hygieneregeln haben wir uns schon so angepasst, dass wir ganz selbstverständlich unsere Gesichtsmasken mitnehmen und auch das Abstandhalten verinnerlicht haben. Es geht doch! Unsere großen Ängste sind kleiner geworden. 

Das lange, sommerliche Wetter hat uns geholfen, mit den Einschränkungen besser fertig zu werden, weil wir vieles nach draußen verlagern konnten. Der blaue Himmel am Morgen, das langsamere Leben  und Zeit für das Vogelkonzert am Abend haben unserer Seele gut getan. Aber das, was schützte, hat andererseits auch zu schmerzlicher Einsamkeit und großen wirtschaftlichen Sorgen geführt. Nichts scheint in diesen Zeiten einfach zu sein. Alles hat – mindestens – zwei Seiten.So ist unsere Sehnsucht nach der „alten Normalität“ geblieben. Nach der vermeintlichen Sicherheit, den eindeutigen, vertrauten Wegen. „Corona“ aber hat uns mit widersprüchlichen Meinungen in Wisssenschaft und Politik konfrontiert. Immer wieder müssen die neuen Erkenntnisse  überprüft und korrigiert werden. Wir alle werden zu Lernenden und müssen große Unsicherheiten aushalten. Die neuen „hotspots“ der letzten Tage gehören dazu. Das ist anstrengend und belastet uns. Aber falsche Vereinfachungen, das Verkennen der Realität, helfen nicht. Neues Vertrauen ist gefragt, das uns hilft, wieder Verantwortung zu übernehmen, da, wo wir gerade stehen, gestärkt, besonnen und ohne Furcht.

Erkennen Sie unseren Anfangsvers?

 „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Im Vertrauen auf den Gott, der uns diesen Geist gibt, gehen wir auch die schwierigen Wege weiter. Wie gut ist es, wenn als Maßstab und Wegweiser  auch der Geist der Liebe dazu kommt. Denn am Ende wird unser Leben – auch jetzt - an der Liebe gemessen.

  

Maria Magdalena Weber