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Dr. med. Wolfram Wendenburg hat mit 93 Jahren die Welt des iPad entdeckt.

Dr. med. Wolfram Wendenburg hat mit 93 Jahren die Welt des iPad entdeckt.

   

Es gibt Menschen, die warten ihr Leben lang. Die einen warten auf das große Glück, und die anderen warten darauf, dass etwas in ihrem Leben geschieht. Spätestens nachdem sie aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, setzen sie sich dann in ihren Sessel und warten weiter. Sie warten auf Angehörige, die sie nicht besuchen, oder einfach darauf, dass der Tag zuneige geht.

 

 

Es gibt aber auch Menschen, die das Warten anderen überlassen und selbst bis ins hohe Alter aktiv sind. Ein Beispiel dafür ist Dr. med. Wolfram Wendenburg aus Schwelm. Im Oktober bekam er von seinen Kindern zum 93. Geburtstag ein iPad geschenkt. „Ich habe vor fünf Jahren an einem Computerkurs bei der Evangelischen Erwachsenenbildung in Schwelm teilgenommen“, erzählt der ehemalige Kreismedizinaldirektor. Und weil er den Kurs in positiver Erinnerung hatte, lag es für Dr. Wendenburg auf der Hand, im Programmheft „Computerkurse Herbst/Winter 2013“ der Evangelischen Erwachsenenbildung Ennepe-Ruhr (EEB) nachzuschauen, ob ein i-Pad-Kurs angeboten wird. Auf Seite vier wurde er fündig: „iPad-Einführungskurs – Neu… - Sie haben ihr iPad noch nicht so lange oder wollen einfach nur wissen, welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten? In diesem Kurs werden die Teilnehmer die Geheimnisse des iPad entdecken und mit seinen vielen Funktionen und Erweiterungen, die sogenannten Apps, wird es zum multimedialen Kommunikationsmittel." Dr. Wendenburg wartete nicht lange, griff zum Telefonhörer und meldete sich an. Am 26. November saß er dann schon im Computerstudio in der Potthoffstraße in Schwelm und ließ sich die Grundfunktionen seines iPad erklären.

 

Auf die Frage, warum er sich vor fünf Jahren gerade bei der EEB für einen Computerkurs und jetzt für einen iPad-Kurs angemeldet hat, erzählt Dr. Wendenburg, dass er bis 1995 ehrenamtlich als Presbyter in der Evangelischen Kirchengemeinde Schwelm tätig war, und  sich von daher immer noch seiner Gemeinde und dem Ev. Kirchenkreis verbunden fühlt. 

 

In seiner Funktion als Presbyter hatte Dr. Wendenburg viele Jahre den Vorsitz des Ev. Kinderheimes der Gemeinde, das sich bis zu seiner Schließung in der Lessingstraße befand, inne. Außerdem war er Vorstandsmitglied und 10 Jahre lang Vorsitzender des Ev. Feierabendhauses. „Diese Tätigkeit konnte ich aber erst nach meiner Pensionierung im Jahr 1985 aufnehmen, da ich als Leiter des Kreisgesundheitsamtes und als Amtsarzt auch für die Aufsicht der Altenheime im Kreis zuständig war. Und ich konnte ja nicht zum einen die Aufsicht und zum anderen den Vorsitz für ein Heim wahrnehmen. “ 

 

Neben seinem kirchlichen Engagement war Dr. Wendenburg auch Mitbegründer und bis zum letzten Jahr Vorstandsmitglieder der Kontakt- und Krisenhilfe für psychisch Kranke (KuK) in Schwelm. Als Ehrenvorstand begleitet er auch weiterhin die Arbeit der KuK. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Dr. Wendenburg mit der goldenen Ehrennadel des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und mit dem Kronkreuz der Diakonie ausgezeichnet. Darüber hinaus ist er seit 1981 Träger des Bundesverdienstkreuzes.

 

Mit Sicherheit wird sich auch in Zukunft der Alltag von Dr. Wendenburg nicht aufs Warten beschränken. Dafür dürften schon seine Ehefrau, die drei Kinder und acht Enkel sorgen. (HB)